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Britische Muslime protestieren gegen Charlie Hebdo

In London sind Tausende Muslime gegen Mohammed-Karikaturen der Satirezeitschrift Charlie Hebdo auf die Straße gegangen. In einer Petition fordern sie mehr Respekt vor ihrem Glauben.
Von PRO
Downing Street Nr. 10 ist der Sitz der britischen Regierung. Am Sonntag haben hier Tausende Muslime gegen die Mohammed-Karikaturen der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo demonstriert
Downing Street Nr. 10 ist der Sitz der britischen Regierung. Am Sonntag haben hier Tausende Muslime gegen die Mohammed-Karikaturen der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo demonstriert
In der Nähe des britischen Regierungssitzes versammelten sich am Sonntag mehrere Tausend Muslime, um gegen in ihren Augen „beleidigende“ Abbildungen des Propheten Mohammed zu demonstrieren. Die Schilder in ihren Händen trugen Aufschriften wie „Wir lieben den Propheten Mohammed mehr als unser Leben“ und „Beleidigen ist nicht Freiheit“, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Laut der britischen Tageszeitung The Guardian wurde die Demonstration vom Muslimischen Aktions-Forum (MAF) organisiert. Auf Flugblättern kritisierten die Muslime die jüngsten Karikaturen und Abbildungen des Propheten Mohammed in Charlie Hebdo. Sie seien eine „starke Erinnerung“ daran, dass die Meinungsfreiheit „regelmäßig benutzt wird, um Persönlichkeiten zu beleidigen, die anderen heilig sind“.

Muslime fordern „globalen Anstand“

Die Demonstranten drückten ihr tiefes Bedauern über die Anschläge in Paris aus und verurteilten das blutige Massaker in der Charlie-Hebdo-Redaktion als Verletzung des islamischen Gesetzes. Nach einem gemeinsamen Gebet habe eine Delegation eine von 100.000 Muslimen unterzeichnete Petition zum Amtssitz des britischen Premiers David Cameron gebracht. Laut Guardian verurteilen sie darin die bildliche Darstellung des Propheten Mohammed als „Angriff auf die Normen der zivilisierten Gesellschaft“. Ein Sprecher des MAF, Shaykh Noor Siddiqi, erklärte gegenüber dem Guardian, britische Muslime schätzten es sehr, dass die Medien im Vereinigten Königreich die Mohammed-Karikaturen nicht veröffentlichen. Die Muslime hofften, dass „diese Form von Selbst-Beschränkung und gegenseitigem Respekt“ letztlich zu einer harmonischen Gesellschaft führe. Zeitgleich mit den Muslimen habe sich laut Guardian auch eine handvoll rechter Gegendemonstranten in der Nähe von Camerons Büro versammelt und ein Banner mit der Aufschrift „Großbritannien zuerst“ getragen.

Selbstzensur der Medien

Medien in Großbritannien und in den USA zeigen derartige Mohammed-Zeichnungen meist verpixelt. Offiziell heißt es, man wolle keine religiösen Gefühle verletzen. Diese Begründung hatte der britische Journalist Dominic Lawson jedoch in einem Interview mit der Zeitung Sunday Times Anfang Januar als „hohle Phrase“ verworfen. Vielmehr sei niemand bereit, sein Leben für religiöse Satire zu opfern. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/aus-angst-vor-den-folgen-90701/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/12-tote-bei-anschlag-auf-journalisten-in-paris-90641/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/muslime-demonstrieren-fuer-pressefreiheit-90749/
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