Das christliche Medienmagazin

“Bravo” und Schröder gegen Cybermobbing



"Klick nicht weg!" Unter diesem Motto startet die Jugendzeitschrift "Bravo" gemeinsam mit Familienministerin Kristina Schröder (CDU) eine gemeinsame Aktion gegen Cybermobbing, dem Mobbing von Kindern und Jugendlichen im Internet.
Von PRO

Foto: L. Chaperon



Die 34-jährige Ministerin, die dieses Jahr ihr erstes Kind zur
Welt gebracht hat, berichtet im "Bravo"-Exklusivinterview davon, dass sie als
öffentliche Person im Internet oft beschimpft und "unter der
Gürtellinie" angegriffen werde: "Meiner Erfahrung nach fällt es bei
Twitter leichter zu mobben als bei Facebook. Ich denke, es liegt daran,
dass man bei Facebook zurückverfolgen kann, wer was geschrieben hat. Das
Gefühl, nicht entdeckt werden zu können, senkt die Hemmschwelle", meint
Schröder.


"Weil etwas passieren muss, bevor etwas passiert", hat die CDU-Politikerin die Kampagne gemeinsam mit "Bravo"-Chefredakteur Philipp Jessen gestartet. Das in der aktuellen Ausgabe abgedruckte Interview ist der Auftakt für eine längere Aktion: "Bravo" wird die nächsten Monate jede Woche mit einer Doppelseite über das Thema Cybermobbing berichten, mit Betroffenen reden und will sich aktiv einmischen.



"Auf keinen Fall mehr ohne Internet leben"



"Jede persönliche Beleidigung tut weh. Auch wenn sie dumm ist und von einem Unbekannten kommt", betont die Politikerin. Opfern einer Cyber-Attacke rät sie: "Screenshots machen. Damit man Beweise hat." "Bravo"-Chefredakteur Jessen ergänzt: "Wir wissen, dass schon viele unserer Leser tieftraurig wegen irgendwelcher Beleidigungen im Internet waren." Der Person auf die Anfeindungen zu antworten, davon hält Schröder nichts: "Damit gibt man diesen Menschen doch nur Bestätigung." Sie selbst stelle sich gerne kritischen Fragen zu ihrer Politik. Aber auf Internet-Beschimpfungen reagiere sie nicht.



Schröder verweist auch auf die neue Dimension des Cyber-Mobbings: "Wenn dich Klassenkameraden am nächsten Morgen auslachen, ist die Demütigung sehr echt und gar nicht mehr ‘nur’ digital." Trotz aller Gefahren sieht Schröder im Internet große Chancen, etwa durch "Kommunikation, Wissen, die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen oder abzuschließen. Ich möchte auf keinen Fall mehr ohne Internet leben".



Medienexperten sehen in dem Bestreben des Blatts, ernstere Themen stärker in den Vordergrund zu rücken, auch eine Maßnahme gegen die sinkende Auflage. Die "Bravo" verlor im dritten Quartal 2011 15 Prozent ihrer Gesamtauflage. Neben dem Kampf gegen das Cybermobbing thematisierte die "Bravo" den Tod von Apple-Gründer Steve Jobs mit einem eigenen Poster und positionierte sich politisch in der Atomkraftdebatte nach den Ereignissen in Fukushima. Aktuell verkauft das Bauer-Magazin noch 409.885 Exemplare pro Woche. Der einstige große Rivale "Popcorn" kommt wöchentlich auf 186.801 verkaufte Exemplare. (pro)

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