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Brasilianische Fußballer dürfen Glauben nicht zeigen

Wenn zur Weltmeisterschaft in den kommenden Wochen auch die brasilianische Fußballmannschaft auf die Plätze tritt, dürfen die Spieler keine Bekenntnisse zu ihrem Glauben kundtun. Das entschied die Leitung des Teams. So will man den Zusammenhalt der Mannschaft stärken.
Von Jörn Schumacher
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Braslilanische Fußballspieler wie Neymar sind bekannt für christliche Botschaften auf dem Platz

Foto: Fernando Frazão/Agência Brasil

Braslilanische Fußballspieler wie Neymar sind bekannt für christliche Botschaften auf dem Platz

Manche bekreuzigen sich, andere recken beide Arme oder nur einen Finger betend in den Himmel. Wieder andere küssen ihre Kreuzkette. Immer wieder zeigen berühmte Fußballer im Spiel ihre religiöse Ader. Vor allem in der brasilianischen Mannschaft gibt es viele tiefgläubige Christen. Superstar Neymar ist bekannt für sein Stirnband mit der Aufschrift „100 Prozent Jesus“. Das sorgte bereits bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro für Kritik bei IOC-Funktionären.

Neymar schrieb vor ein paar Tagen bei Twitter: „Für dich alle Ehre, mein Gott, danke“. Auf dem Instagram-Profil von Spieler Alisson Becker prangt das Motto: „Gott ist treu“. Häufig postet er in sozialen Netzwerken Fotos aus der Umkleidekabine, wo oft auch eine Bibel zu sehen ist. Mit dem Aufkommen der evangelikalen Gemeinden in Brasilien in den vergangenen Jahrzehnten hat auch die Zahl tiefgläubiger Christen unter den Top-Fußballern des Landes zugenommen. Viele gehören evangelikalen oder Pfingstgemeinden an – und bringen entsprechende Botschaften an die Öffentlichkeit.

Kritiker sehen darin eine Gefahr für den Zusammenhalt einer Fußballmannschaft, denn nicht alle Spieler seien gläubig, betont die brasilianische Zeitschrift O Globo. Andererseits sei gerade die brasilianische Nationalmannschaft dafür bekannt, gemeinsam nach gewonnenen Spielen in einem großen Kreis zu stehen und zu feiern und zu beten.

Gemeinsames Gebet in der Umkleidekabine

Im Jahr 2015 hatten sich zehn Spieler der Seleção, der brasilianischen Nationalmannschaft, ohne Erlaubnis mit einem evangelikalen Pastor in einem Hotel getroffen. Danach posteten einige Spieler Fotos davon in den sozialen Netzwerken. Gilmar Rinaldi, der General Coordinator für die Spielerauswahl, sagte damals, der Nationale Fußballverband Brasiliens respektiere zwar den Glauben der Spieler, aber so etwas gehe zu weit. Von den zehn Spielern von damals nehmen zwei auch an der Weltmeisterschaft in Russland teil: Torhüter Alisson und Mittelfeldspieler Douglas Costa.

Ab sofort gilt: Weder auf dem Platz noch im Team-Hotel sind gemeinsame Gebete erlaubt. Ganz ohne Gebete soll die WM aber nicht über die Bühne gehen. In der brasilianischen Mannschaft hat sich der religiöse Aspekt in den Umkleideräumen längst manifestiert. Vor und nach den Spielen gibt es einen Moment des Gebets. Das soll auch bei der WM in Russland erlaubt sein.

Von: Jörn Schumacher

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