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Bischöfin: Virus beschert Kirche Digitalisierungsschub

Die Coronakrise hat der Kirche mehr Schwung in Richtung Digitalisierung verliehen. Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sprach im Interview von einem „Kreativitätsschub“.
Von Norbert Schäfer
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann

Foto: medio.tv/Schauderna

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann

Die Coronakrise hat die Bemühungen um Digitalisierung innerhalb der Kirche angeschoben. Das hat die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann, in einem Interview bestätigt.

„Gezwungenermaßen“ hätten sich in den letzten Wochen sehr viele Menschen in der Landeskirche mit digitaler Technik beschäftigen müssen, erklärte die Bischöfin in dem Video-Interview der „Neuen Denkerei“, eines Innovationslabors. Hofmann: „Das Gottesdienstfeiern hat sich ins Internet verlegt.“ Der Aspekt der persönlichen Begegnung sei in den letzten Wochen weitgehend unterbunden gewesen.

Gottesdienste sollen Leben nicht gefährden

Ihre Landeskirche habe bereits am 13. März einen Krisenstab gebildet und beschlossen, alle kirchlichen Veranstaltungen bis zum 30. April abzusagen und keine „analogen Gottesdienste“ zu feiern aus Gründen der Nächstenliebe und des Gesundheitsschutzes. „Wir möchten nicht, dass Gottesdienste ein Ort sind, der Leben gefährdet“, erklärte die Bischöfin in dem Gespräch.

Die Anordnung sei von „den Menschen erstaunlich ruhig aufgenommen“ worden und habe innerhalb der Kirche und der Gemeinden einen „unheimlichen Kreativitätsschub“ freigesetzt. Beispielsweise habe ihre Landeskirche sofort reagiert und sonntags eine Videobotschaft im Internet veröffentlicht.

Chance der neuen „Zugänglichkeit“

Viele Menschen erlebten durch die digitalen Angebote eine neue „Zugänglichkeit“ zur Kirche. Darin liege eine Chance. Manche Pfarrer wunderten sich, wie viele Klicks auf digitale Angebote sie bekämen, und stellten verwundert fest, dass auf diesem Weg „offensichtlich neue Menschen“ erreicht werden könnten.

Allerdings verfügten nicht alle Menschen über die Möglichkeit, im Internet Angebote der Kirchen zu verfolgen. Daher habe die EKKW immer darauf gedrängt, auch Angebote für das Telefon zu offerieren.

Hofmann äußerte die Hoffnung, dass digitale Angebote nach der Coronakrise weiter Bestand in der Kirche haben. Eine Herausforderung liege darin, einen ausgewogenen Mix aus „Altem“ und „Neuem“ in den Gemeinden umzusetzen. Die Bischöfin rechnet damit, dass wegen des Gesundheitsrisikos viele Menschen nach Lockerung der Corona-Regelungen weiterhin nicht zu den Gottesdiensten in die Kirchen gehen werden und zum Schutz der eigenen Gesundheit zu Hause bleiben. „Die möchten wir nicht ausschließen.“

Von: Norbert Schäfer

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