Bischöfin Munk: „Unsere Heimat steht nicht zum Verkauf!“

Grönlands lutherische Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk widerspricht Überlegungen von US-Präsident Trump zum Kauf der Insel. Die Theologin verweist auf die Achtung der Menschenwürde und internationaler Vereinbarungen.
Von Norbert Schäfer
Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk

Die lutherische Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk hat klargestellt: Grönland steht nicht zum Verkauf. Hintergrund sind öffentliche Überlegungen von US-Präsident Donald Trump, die rohstoffreiche Insel in der Antarktis durch Kauf – oder auf anderen Wegen – unter Kontrolle der USA zu bringen.

In einer vom Ökumenischen Weltkirchenrat verbreiteten Erklärung betonte die lutherische Kirchenleiterin zu dem Ansinnen: „Wir sind Menschen, kein Besitz. Grönland ist kein Land, das man kaufen kann. Es ist unsere Heimat und steht nicht zum Verkauf.“

Es gehe bei der Debatte um Menschenrechte, Würde und die Achtung internationaler Gesetze und Verträge, erklärte die Bischöfin. Die Grönländer seien zwar ein kleines Volk, aber deshalb nicht unsichtbar. Munk betonte das Selbstbestimmungsrecht und das kulturelle Erbe Grönlands: „Über unsere Zukunft darf nicht einfach so entschieden werden. Wir haben Sprache, Kultur, Vorfahren, Kinder und eine Zukunft, die mit diesem Ort verbunden ist.“

Die Bischöfin der Diözese Grönland rief ihre besorgten Landsleute zu Gebet und innerer Ruhe auf. Mehr als 95 Prozent der rund 57.000 Einwohner Grönlands sind Mitglieder der dänischen Nationalkirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Dänemark. Die teilautonome Inseldiözese besteht seit 1993 und wird seit 2020 von Bischöfin Munk geleitet.

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