Bill Gates fordert KI-Maßnahmen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor den Gefahren von KI gewarnt und fordert sofortige politische Maßnahmen. Nur so könne die Welt sicherstellen, dass dieser Fortschritt ein Gewinn für die Menschheit werde und nicht das Gegenteil.
Von Anna Lutz
Bill Gates

„KI wird entweder der größte Gleichmacher, der je erfunden wurde, oder die schlimmste Quelle von Ungerechtigkeit“, warnt Milliardär Bill Gates in einem am Mittwoch auf seiner eigenen Website erschienenen Text. Und: „Die Veränderungen sind monumental.“ Nur, wenn die Welt jetzt die richtigen Schritte gehe, um die Entwicklung in eine gute Richtung zu lenken, werde der Fortschritt auch zu etwas Gutem führen. „Unglücklicherweise, bereiten wir uns jetzt nicht darauf vor“, kritisiert der Unternehmer.

Jobverlust, Cyberattacken und soziale Isolierung

Gates sieht Gefahren und Positives in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Zu ersteren zählt er, dass viele Jobs verloren gehen würden, besonders im niedrigen und mittleren Lohnbereich. „Wir müssen heute darüber nachdenken, wie wir Jobverluste reduzieren können, sodass jeder von dem Wohlstand profitieren kann, den KI generiert.“

KI, so warnt er weiter, könne als Waffe genutzt werden, sowohl im Cyberbereich als auch im Bioterrorismus. „Obwohl KI zu lebensrettenden Fortschritten bei Medikamenten und Impfungen führen wird, wird es durch sie auch leichter, tödliche neue Krankheiten zu entwickeln.“

Gates sieht auch den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf soziale Beziehungen kritisch. Häufig ersetzten die neuen Möglichkeiten echte Begegnungen und Freunde. „Sie sind immer erreichbar, werden niemals sauer auf dich. Das gibt ihnen das Potenzial, höchst abhängig zu machen und uns der Lehren zu berauben, die wir durch Verbindungen mit anderen Menschen erlernen.“ Besonders die Gefahren für Kinder und Jugendliche müssten umgehend ernst genommen und es müssten Maßnahmen ergriffen werden. Zumal KI auch das Lernen selbst verändere. So gebe es bereits Hinweise darauf, dass sie einen negativen Einfluss auf die Fähigkeit, kritisch zu denken, habe.

Bessere Gesundheitsversorgung und Bildung

Obwohl Gates dem Negativen an der KI viel Platz in seinem Text einräumt, macht er auch klar: Die Entwicklungen haben auch das Potenzial, Gutes zu bewirken. Etwa in der Wissenschaft und der Gesundheitsversorgung. „KI kann helfen, Echte-Welt-Probleme zu lösen“, schreibt Gates.

In der Bildung könnten sie Lehrern ermöglichen, Zeit zu sparen, die sie mit den Studenten verbringen können. Oder ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen, wo die Klasse Probleme habe.

Um die positiven Chancen zu nutzen, brauche es aber einen Plan. Gates schlägt etwa ein KI-Gremium aus gewählten Vertretern aus den genannten Bereichen vor, die sich mit den Themen beschäftigen. „Die Leben von Millionen von Menschen werden gestört sein und wir brauchen ein stärkeres und flexibleres soziales Sicherungsnetz, um die Veränderungen zu meistern.“

Gates schlägt auch vor, bestimmte Berufe für Menschen zu reservieren, damit sie nicht durch KI ersetzt werden könnten, auch wenn das wirtschaftlich rentabler sein könnte. Im medizinischen und pflegerischen Bereich etwa. Außerdem plädiert er für eine KI- und Robotersteuer, damit es am Ende nicht kostengünstiger für Unternehmen werde, Maschinen anstatt Menschen einzusetzen. „Es braucht eine globale Antwort“, erklärt Gates mit Blick auf KI. Die Politik, da ist er sich sicher, müsse handeln. Und zwar umgehend. 

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