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Bildungsministerin wünscht sich Studie über Kinder in Homo-Ehen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wünscht sich eine wissenschaftliche Langzeitstudie über Auswirkungen für Kinder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. In der n-tv Sendung „Klamroths Konter“ sagte die Politikerin, dass sie bei diesem Thema noch offene Fragen habe.
Von PRO
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellt sich den Fragen von Louis Klamroth

Foto: n tv/Screenshot pro

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellt sich den Fragen von Louis Klamroth

Wie wirkt es sich für Kinder aus, in einer gleichgeschlechtlichen Ehe aufzuwachsen? Diese Frage würde Bildungsministerin Anja Karliczek gerne wissenschaftlich aufarbeiten lassen. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht darüber“, bedauerte die Unionspolitikerin. Viele politische Entscheidungen seien übereilt getroffen worden.

Karliczek wünscht sich eine langfristige wissenschaftliche Studie, um die Frage zu erforschen. Moderator Louis Klamroth sagte sie in der n tv-Sendung „Klamroths Konter“, dass Fragen immer aus Sicht der Erwachsenen beantwortet würden: „Schauen Sie doch mal aus Sicht der Kinder“. Zudem hätten Frauen und Männer einen unterschiedlichen Einfluss auf die Kinder. Für die Entwicklung von Kindern sei ein emotionales Spannungsfeld zwischen Vater und Mutter wichtig.

„Grundsätzliche Strukturen mit einem Federstrich geändert“

Für sie gehe es auch nicht darum, ob Kinder glücklich und gut erzogen seien: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Kinder in Familien, wo die Kinder gewünscht sind, auch gut aufgehoben sind und dass sie da auch gut erzogen werden.“ Die Art, wie der Beschluss 2017 herbeigeführt wurde, sei nicht richtig gewesen. Das Land habe grundsätzliche Strukturen mit einem Federstrich geändert: „Das ärgert mich.“

Die CDU-Politikerin hatte 2017 im Bundestag gegen die „Ehe für alle“ gestimmt. Für einen Beschluss hätte sie persönlich sich eine breitere gesellschaftliche Debatte gewünscht. Das hätte zu einer Befriedung geführt und nicht noch weiter polarisiert, findet Karliczek. Klamroth fragte auch, ob es einem Kind, das beispielsweise von Gesundheitsminister Jens Spahn und seinem Mann adoptiert würde, weniger gut ginge. Die Ministern sagte: „Ich glaube, dass es gut aufgehoben wäre, weil ich den Kollegen Jens Spahn schätze.“

Schnelle Beschlüsse ohne langfristige Erkenntnisse

Sie wünsche sich mehr Dialog, wenn über grundlegende gesellschaftliche Dinge gesprochen werde. „Da sind wir immer sehr schnell unterwegs, ohne über diese Fragen wirklich langfristige Erkenntnisse zu haben.“ Sie plädierte dafür, Entscheidungen erst zu treffen, wenn die zu erwartenden Auswirkungen bekannt seien.

Mit Louis Klamroth debattierte sie außerdem über den Lohn von Auszubildenden, das Recht auf Ganztagsbetreuung und marode Schulen. Karliczek gehört dem Bundestag seit 2013 an. Zuvor war sie Mitglied im Finanzausschuss. Im März 2018 wurde sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel überraschend als Bildungsministerin nominiert.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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