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Bier, Bibel und Boykott

Was haben Bier, die Bibel und die Homo-Ehe miteinander zu tun? Eigentlich wenig. Doch wegen eines Clips der australischen Bibelgesellschaft protestieren Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe nun lautstark und drohen mit einem Boykott der Biermarke Coopers.
Von Anna Lutz
(v.l.) Tim Wilson, Moderator Matt Andrews und Andrew Hastie im Video der australischen Bibelgesellschaft

Foto: Biblesociety

(v.l.) Tim Wilson, Moderator Matt Andrews und Andrew Hastie im Video der australischen Bibelgesellschaft

Die australische Biermarke Coopers erlebt dieser Tage allerhand öffentlichen Protest. Der Grund ist ein Video der australischen Bibelgesellschaft, in dem zwei Politiker über die gleichgeschlechtliche Ehe debattieren und dabei Bier ebendieser Marke trinken. Die Abgeordneten Tim Wilson und Andrew Hastie tauschen in dem Siebenminüter ihre Argumente über das Für und Wider einer legalen gleichgeschlechtlichen Ehe aus, die es so in Australien nicht gibt.

Nach Angaben des Moderators soll der vor wenigen Tagen veröffentlichte Clip eine respektvolle Debatte über schwere Themen in der Gesellschaft befördern. Nun ist genau das Gegenteil eingetreten. Wie der Nachrichtensender BBC berichtet, schenken diverse Barbetreiber Coopers-Bier aus Protest gegen das Video nicht mehr aus. Der Vorwurf: Die Brauerei stelle sich gegen die Gleichstellung Homosexueller.

„Nehmt es leicht”

Online gestellt hatte das Video aber nicht Coopers selbst, sondern die australische Bibelgesellschaft. Diese feiert nämlich ihren 200. Geburtstag. Der Bierkonzern gratulierte mit dem Dosenaufdruck: „Herzlichen zweihundertsten Geburtstag für Australiens langlebigste Wohltätigkeitsorganisation von Australiens langlebigster Familienbrauerei.“ Coopers unterstützt die Bibelgesellschaft deren Angaben nach überdies dabei Bibeln für das Militär bereitzustellen. Die Bibelgesellschaft wiederum veröffentlichte besagtes Video mit dem Titel „Keeping it light“ (Deutsch: Es leicht nehmen). Es soll zeigen, wie schwierige Themen bei einer Flasche Light-Bier ruhig und fröhlich von zwei Kontrahenten diskutiert werden können.

Der homosexuelle Abgeordnete Tim Wilson erklärt darin, warum die Ehe seiner Meinung nach ohne Ansehen des Geschlechts gewährt werden muss. Sein Kollege Andrew Hastie hingegen argumentiert für des Schutz der traditionellen Eheverständnisses. Laut BBC warfen Kritiker den Machern des Videos aber Homophobie vor. Eine Hotelkette, die das Bier nun nicht mehr ausschenken will, argumentierte, der Titel „Keeping it light“ irritiere die Zuschauer, weil es sich eben nicht um ein leichtes Thema handle. Ein Barbetreiber aus Melbourne erklärte seinen Boykott damit, dass er die Werte von Coopers offensichtlich nicht teile.

Dabei ist die Biermarke selbst wohl völlig unbeteiligt an dem Video. Am Dienstag teilte die Brauerei mit, sie habe mit der Veröffentlichung des Clips nichts zu tun und auch keine Zustimmung erteilt. „Coopers hatte niemals die Absicht, ein solch wichtiges Thema leicht zu nehmen”, heißt es in einer Presseerklärung. Die Firma erklärt darin auch, die gleichgeschlechtliche Ehe zu befürworten. Die Dosen mit dem Bibelgesellschaft-Aufdruck würden umgehend aus dem Programm genommen.

Auch die Bibelgesellschaft selbst hat bereits am Montag öffentlich erklärt, allein für das Video verantwortlich zu sein. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Das öffentliche Interesse an dieser Kampagne verstärkt die Botschaft des Videos – dass es wichtig für Australier ist, respektvolle Konversationen über schwierige Themen zu führen – das aber leicht zu nehmen.” (pro)

Von: al

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