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Bibeltreue Fast-Food-Kette in der Kritik

Um die bibeltreue Fast-Food-Kette "Chick-fil-A" ist den USA eine hitzige Debatte entbrannt. Befürworter der Homoehe werfen ihr Diskriminierung und Schwulenfeindlichkeit vor. Der Geschäftsführer Dan Cathy und prominente Unterstützer wehren sich. Die Fronten sind verhärtet.
Von PRO

Foto: Calamity Hane / flickr

Cathy trat im Juni in einem Radiointerview bei "The Ken Coleman Show" einen Sturm der Empörung los, als er sagte: "Ich glaube, wir beschwören Gottes Gericht über unser Land, wenn wir unsere Faust schütteln und sagen: ‘Wir wissen besser als du, was die Ehe ist’". Diese Generation habe "eine stolze, arrogante Einstellung gegenüber der Familie".

Das Restaurant sei kein "christliches Unternehmen", versuche aber biblische Leitlinien in ihren Geschäften umzusetzen, zitiert die Internetseite "jesus.de" Aussagen Cathys in der Baptisten-Zeitschrift "Biblical Recorder". So sind alle Filialen sonntags geschlossen, damit die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, in die Kirche zu gehen. Ungefähr vier Milliarden Dollar erwirtschaftete die Fast-Food-Kette mit frittierten Hühnerbrüsten, Salaten und Milchshakes jährlich. Das Geschäftsmodell von "Chick-fil-A" sieht vor, keine Schulden zu machen. Das Restaurant unterstützt Gemeinden und der Unternehmenszweig "WinShape Foundation" veranstaltet im Sommer Zeltlager und Pfadfinder-Ausflüge.

"Bösartigster Gegner von Schwulenrechten"


Mit dem Radiointerview heizte Cathy die Kritik an, in dessen Zentrum sein über 1.600 Restaurants betreibendes Unternehmen schon seit einigen Monaten steht. "Chick-fil-A" sei schwulenfeindlich, lautet die Hauptanklage. Es stelle bevorzugt Verheiratete ein und entlasse Mütter, damit sie sich besser um ihre Kinder kümmern könnten. 2002 verklagte ein muslimischer Mitarbeiter das Unternehmen, weil er wegen Gebetsverweigerung entlassen worden war. "’Chick-fil-A’ gehört zu den bösartigsten Gegnern von Schwulenrechten im Land", zitiert die "Financial Times Deutschland" die Organisation "Equality Matters".

Cathy verteidigte sich Anfang Juli in der "Baptist Press", nachdem er mit seiner Aussage wütende Proteste ausgelöst hatte: "Wir unterstützen die Familie – die biblische Definition der Familie. Wir sind ein Familienunternehmen, im Besitz von Familien, geführt von Familien, und wir sind noch immer mit unseren ersten Ehefrauen verheiratet. Dafür danken wir Gott." Die Bürgermeister von Boston, San Francisco und Chicago warfen dem Unternehmen anschließend "Diskriminierung" vor. Sie wollen das Unternehmen nicht oder nicht mehr in ihrer Stadt haben. Die ehemalige Mutterfirma der "Muppets", "The Jim Henson Company", beendete die jahrzehntelange Zusammenarbeit, berichtet "Financial Times Deutschland".

400.000 wollen sich am Unterstützertag beteiligen


Der ehemalige Pastor und US-amerikanische Politiker Mike Huckabee rief hingegen für Mittwoch einen landesweiten "Chick-fil-A"-Unterstützertag aus. Bei dem dafür erstellten Facebook-Event versprachen am Dienstag schon über 400.000 "User", am 1. August frittiertes Hühnchen bei dem Fast-Food-Restaurant zu essen. Auch der Pastor Billy Graham verteidigt Cathy auf seiner eigenen Internetseite. "Chick-fil-A" sei eine der "besten Firmen in den USA". Außerdem lasse er sich am Mittwoch auch ein bisschen "Chicken" nach Hause bringen. In der emotionale Debatte scheint vorerst kein Ende in Sicht. Dennoch gibt es Stimmen, die sich über darüber wundern. Einige meinen, die Werte und moralischen Vorstellungen eines Unternehmens sollten kein Grund dafür sein, bei ihm einzukaufen oder es zu unterlassen.

In der "Huffington Post" äußerte sich Ken Coleman, der Moderator der Radioshow, die den Streit ausgelöst hatte. Er kritisiert einen doppelten Toleranzbegriff. Wahre Toleranz sei, wenn man Meinungen akzeptiert und respektiert, die sich von der eigenen unterscheiden. Der Toleranz-Trend gehe aber eher so: "Entweder du stimmst mit mir überein, oder du hältst den Mund!"

Coleman hält diese Entwicklung für gefährlich. Er wünscht sich, "schmutzige Diskussionen mit einem Becher dampfenden Kaffee in der Hand" unter Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen. Denn "aus schmutzigen Diskussionen, werden gesunde Diskussionen" und daraus wachse Verständnis für den anderen und schließlich wahre Toleranz. (pro)

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