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Bibelkunst: Designer zeigt Zehn Gebote zeitgemäß

Brauchen wir die Zehn Gebote überhaupt noch? Diese Frage stellte sich der Grafik-Designer Sascha Dörger im Rahmen seiner Diplomarbeit – und fand provozierende Antworten. Bei einem Gottesdienst in Witten wurde sein Werk am Wochenende erstmals ausgestellt.

Von PRO

Foto: Sascha Dörger

Dörger will in seiner Ausstellung die Relevanz der Zehn Gebote für die heutige Zeit deutlich machen. Dazu hat er die biblischen Weisungen in Bildern dargestellt. Das Fünfte Gebot zeigt er etwa durch einen schwarzen Playstation-Controller, der sich im linken Bildteil in eine Handfeuerwaffe verwandelt – "Du sollst nicht töten" hat er darunter geschrieben. Das sei sein erstes Motiv gewesen, er habe dabei an den Amoklauf in Winnenden gedacht, sagt er gegenüber pro. "Ich will mit meinen Bildern einen Anstoß dazu geben, über den Sinn der Zehn Gebote in der heutigen Zeit nachzudenken."

Aus diesem Bemühen hätten sich auch die anderen Motive ergeben – etwa ein Bobby-Car mit zwei entgegengesetzten Lenkrändern und der Unterschrift "Du sollst nicht ehebrechen" oder ein Sicherheitsschloss mit integrierter iPod-Bedienung und dem Bibeltext "Du sollst nicht stehlen". Entsprechend habe er auch bei den übrigen biblischen Themen versucht, sie zeitgemäß zu übersetzen. Die Ergebnisse können nach der Vernissage am vergangenen Wochenende im Wittener Saalbau nun auch auf seiner Webseite "sascha-doerger.de" angesehen werden. Zudem sind sie als Postkarten und Poster erhältlich.

"Die Zehn Gebote betreffen uns alle"

Nach Ansicht von Dörger deuten die Zehn Gebote auf Fragen, die auch heute noch relevant sind. Dabei würden sie uns aber nicht vorgeben, was wir zu tun hätten, sondern uns einen Spiegel vorhalten und fragen, was uns wirklich wichtig sei. "Die Zehn Gebote weisen auf wertvolle gesellschaftliche Themen hin, die uns Impulse für den Alltag geben können", sagt er.

Leider wären sie in Deutschland sehr in Vergessenheit geraten. Wenn man heute von den Zehn Geboten redete, klänge das oft altmodisch. Deshalb habe er mit seinen Motiven versucht, bestimmte aktuelle Themen anzustoßen. "Ich wollte einen einfachen Zugang zu komplexen Fragen schaffen. Die Gebote werden oft zerredet. Dabei sollten sie eigentlich ganz einfach sein", sagt er.

Gänsehaut beim Vierten Gebot

Die Reaktionen auf seine Arbeit seien bislang durchweg positiv gewesen. Neben zahlreichen Komplimenten zu ihrem ästhetischen Wert, habe Dörger sich aber besonders darüber gefreut, dass Menschen sich tiefgehend mit den Aussagen beschäftigt haben. So habe sich etwa die gesamte Belegschaft der von ihm beauftragten Druckfirma versammelt, um sich seine Bilder auszusehen. Die Vorarbeiterin habe ihm erzählt, dass sie beim Vierten Gebot eine Gänsehaut bekommen habe. Auf dem gemeinten Plakat ist ein Rollstuhl zu sehen, der sich von seiner Sitzfläche aus in einen Kinderwagen umformt – nach Aussage von Dörger "ein Symbol für den Generationenvertrag". Begeistert zeigten sich auch die Diplomprüfer. Sie bewerteten die Arbeit mit einer glatten "1,0".

Zehn Gebote als Musical

"Himmelwärts" lautete das Thema des Wittener Stadtgottesdienstes, in dem Dörger seine Werke erstmals zeigte. Unter der Leitung von Christoph Spengler traten über 200 Chorsänger auf. Die Moderatorin der WDR-Morgenandachten, Birgit Winterhoff, hielt eine Predigt. Aufgetreten ist auch der Fernseh- und Musicaldarsteller Frank Logemann, der aus TV-Produktionen wie etwa "Die Wache" oder "Lindenstraße" bekannt ist. Die Veranstaltung gab einen Ausblick auf das Pop-Oratorium "Die 10 Gebote", das am 17. Januar 2010 in der Dortmunder Westfallenhalle uraufgeführt wird. Mit musikalischen und schauspielerischen Einlagen wird die Geschichte des Volkes Israel von der Berufung des Mose über den Auszug aus Ägypten bis zum Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai erzählt. An der Darbietung nehmen über 2.500 Sänger und 200 Musiker teil. Regie führen Michael Kunze und Dieter Falk. (PRO)

http://www.sascha-doerger.de
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3107202
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