Das christliche Medienmagazin

Beugte sich MDR-Intendantin Druck aus der Politik?

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat dementiert, die MDR-Intendantin Karola Wille habe sich politischem Druck gebeugt und einen Beitrag aus der Mediathek entfernt. Das wirft ihr das Magazin Der Spiegel in der aktuellen Ausgabe vor.
Von PRO

Foto: MDR/ Martin Jehnichen

Der Spiegel veröffentlichte am Montag einen Bericht, der besagt, MDR-Intendantin Karola Wille habe sich dem Druck der SPD gebeugt und einen Beitrag aus der Mediathek entfernen lassen. Der Zankapfel ist ein Beitrag des MDR-Magazins „exakt“ aus dem Juni 2013: Das Format befasst sich mit der Unterwanderung der Leipziger SPD durch die islamische Gülen-Bewegung. Der Sender hat den Beitrag mittlerweile aus seiner Mediathek entfernt.

Der Pressesprecher des MDR, Walter Kehr, sagte gegenüber dem Christlichen Medienmagazin pro: „Es gab mehrere Beschwerden wegen des Beitrags. Unter den Beschwerdeführern war auch die Leipziger SPD.“ Nun heißt es im Spiegel, der sich auf MDR-Kreise bezieht, dass Intendantin Wille sich dem Druck der Partei gebeugt habe. Dies dementiert der MDR-Sprecher. Der Leipziger SPD-Chef Michael Clobes hatte laut des Spiegels dem MDR in einem Brief „Desinformation“ vorgeworfen. Die Intendantin habe im August in einem Antwortschreiben an die SPD die Arbeit ihrer Redakteure als „einwandfrei“ verteidigt.

Intendantin ärgert sich über Spiegel-Beitrag

Die juristische Direktion des MDR habe zudem den Beitrag geprüft und daran rechtlich nichts beanstandet. Allerdings habe sie empfohlen, den Beitrag trotzdem aus der Mediathek zu entfernen. Kehr sagt: „Aus der Erwartung auf eventuelle weitere juristische Auseinandersetzungen heraus, haben wir entschieden, den Beitrag aus der Mediathek zu entfernen.“ Um einem möglichen juristischen Streit die Grundlage zu entziehen, habe der MDR „vorsorglich“ den Beitrag aus der Mediathek genommen. Ob das ein Eingriff in die Pressefreiheit sei, wegen Beschwerden von außerhalb ein journalistisches Erzeugnis aus der Mediathek zu entfernen, verneinte Kehr. „Wir sehen das nicht als einen Eingriff in die Pressefreiheit. Es ist ein normaler Vorgang, Beiträge in die Mediathek zu stellen und diese wieder herauszunehmen.“

Die Intendantin Wille ärgere sich laut Kehr über die Stoßrichtung des Spiegel-Beitrags. „Dass politische Parteien von extremistischen Strömungen unterwandert werden, sieht die Intendantin als ein interessantes und wichtiges Thema an. Karola Wille hat den MDR-Redaktionen gesagt, dass sie das Thema weiter verfolgen sollen“, sagte Kehr. Er wies darauf hin, dass erst Ende Oktober das Politikmagazin des MDR im Ersten, „Fakt“, thematisierte, wie politische Parteien von extremistischen Gruppen untergraben werden. In dem „Fakt“-Beitrag geht es auch um den Fall der Gülen-Bewegung, und wie diese versuche, die Leipziger Jugendorganisation der SPD zu beeinflussen. „Dieser Beitrag wurde gesendet, bevor der Spiegel aktuell darüber berichtet hat“, sagt Kehr. (pro)

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