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Beten, Schweigen, Twittern

In einer Ansprache im Hinblick auf den "Welttag der sozialen Kommunikationsmittel" am 20. Mai 2012 lobte Papst Benedikt XVI. am vergangenen Dienstag die Möglichkeiten sozialer Medien wie Twitter. Zugleich ermahnte er, dass der Mensch auch die Stille benötige. Sie sei eine wesentliche Form der Kommunikation.
Von PRO

Foto: MDGovpics / CC BY

"Das Netz wird heutzutage immer mehr der Ort von Fragen und Antworten", sagte der Papst in einer Ansprache am vergangenen Dienstag im Vatikan. "Die Suchmaschinen und die sozialen Netzwerke sind der Ausgangspunkt der Kommunikation für viele Menschen, die Rat, Anregungen, Informationen, Antworten suchen."

Die verschiedenen Formen des Austauschs im Internet begrüßte Benedikt XVI. als eine Möglichkeit, echtes Nachdenken und Fragen zu erleben, aber auch Gelegenheit zum Gebet oder Austausch über das Wort Gottes zu finden. Mit Blick auf den Kurznachrichtendienst "Twitter" sagte er: "In der auf das Wesentliche konzentrierten Form kurzer Botschaften, oft nicht länger als ein Bibelvers, kann man tiefe Gedanken zum Ausdruck bringen."

Zugleich warnte der Papst vor einer Reizüberflutung im Internet. "Der Mensch von heute wird von Antworten auf Fragen bombardiert, die er sich nie gestellt hat, und auf Bedürfnisse, die er nicht empfindet." Aus diesem Grund müsse es auch Zeiten der Stille geben. Erst in der Stille könne der Mensch die wirklich wichtigen Fragen und Antworten erkennen.

"Verhältnis von Reden und Schweigen muss stimmen"

Es sei daher wichtig, ein angemessenes Verhältnis von Reden und Schweigen zu finden. "Wenn Stille und Wort sich gegenseitig ausschließen, verschlechtert sich die Kommunikation, entweder weil sie eine gewisse Betäubung hervorruft oder weil sie, im Gegenteil, eine Atmosphäre der Kälte schafft; wenn sie jedoch einander ergänzen, gewinnt die Kommunikation an Wert und Bedeutung."

Auch in Bezug auf Gott sei Schweigen oft angebracht. "Wenn wir von der Größe Gottes reden, bleibt unser Sprechen stets unangemessen; und so öffnet sich der Raum der stillen Betrachtung." Auch Gott gebrauche das Schweigen als Form der Kommunikation: "Das Schweigen Gottes ist wie eine Verlängerung der Worte, die er zuvor gesprochen hat. Wenn Gott zum Menschen auch im Schweigen spricht, entdeckt ebenfalls der Mensch im Schweigen die Möglichkeit, mit und von Gott zu sprechen."

Seit dem 28. Juni 2011 ist der Papst auf "Twitter" unterwegs und verkündet unter "@news_va_en" neueste Nachrichten. Inzwischen folgen ihm dort 76.733 Personen. Auch auf "Facebook" ist der Papst zu sehen. Zu seinem Deutschlandbesuch im September 2011 startete eine Sonderseite, wo er ein Tagebuch über seine Reise führte. Über 4.500 "Facebook"-Nutzer gaben an, die Seite zu mögen.

Den "Welttag der sozialen Kommunikationsmittel" führte Papst Paul VI. 1967 ein. Er findet jedes Jahr am Sonntag vor Pfingsten statt, in diesem Jahr am 20. Mai. Im Hinblick auf diesen Tag veröffentlicht der Papst jedes Jahr am 24. Januar eine Botschaft zur Ethik der Massenmedien. Der 24. Januar ist im katholischen Kirchenjahr der Tag des heiligen Franz von Sales (1567-1622), der seit 1922 Schutzpatron der katholischen Schriftsteller und Journalisten ist. Sales veröffentlichte 1609 "Philothea", ein Buch über Christsein im Alltag, das zum Bestseller wurde. (pro)

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