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„Besonders die Christen leiden”

Christen in Nigeria leiden unter dem Terror der Islamisten von Boko Haram und Rivalitäten durch eine ungerechten Ressourcenverteilung. Das hat die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Berlin erklärt. Erzbischof Ludwig Schick bezeichnete die Lage als „brandgefährlich".
Von PRO
Erzbischof Ludwig Schick hat in Berlin auf die Lage verfolgter Christen in Nigeria aufmerksam gemacht
Erzbischof Ludwig Schick hat in Berlin auf die Lage verfolgter Christen in Nigeria aufmerksam gemacht

Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, sprach am Mittwoch von „verheerenden Auswirkungen islamistischer Gewalt”, die er bei einer Reise nach Nigeria gesehen habe. Im Norden des Landes litten ganz besonders die Christen unter dem Terror der Radikalen. Regelmäßig komme es in der Region zu Attentaten, Entführungen und brutaler Gewalt. Laut Schick ist außerdem eine ungerechte Macht- und Ressourcenverteilung ein Kernproblem in Nigeria. Muslimische Nomaden konkurrierten mit mehrheitlich christlichen Bauern um knapper werdendes fruchtbares Land. Daraus entstehende Streitigkeiten würden besonders von muslimischen Extremisten religiös interpretiert. „Das ist brandgefährlich“, sagte Schick.

Geteiltes Land

Anlass des Gesprächs war die Veröffentlichung einer Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Nigeria. Sie ist Teil der katholischen Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“. Jedes Jahr nimmt die Deutsche Bischofskonferenz ein anderes Land oder eine andere Region in den Blick, um auf die Situtation verfolgter Christen aufmerksam zu machen. In Nigeria bekennt sich je ungefähr die Hälfte der Bevölkerung zum Christentum und zum Islam. Christen stellen im Süden des Landes die Mehrheit, Muslime im Norden.

Laut Schick gibt es im Land Ungerechtigkeiten gegenüber Ethnien und Religionsgemeinschaften. Politische Teilhabe, Bildungschancen und ökonomische Ressourcen seien ungleich verteilt. Auch ausufernde Korruption sei ein großes Hindernis für die friedliche Entwicklung des Landes. „Zusammengefasst könnte man sagen, dass das Land unter dem nahezu flächendeckenden Versagen seiner politischen und wirtschaftlichen Eliten leidet”, sagte Schick. Um Frieden zu erreichen sei der interreligiöse Dialog deshalb „keine Frage des Wollens, sondern eine Notwendigkeit“.

Von: Anna Lutz

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