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Bericht für britische Regierung: Christen am stärksten verfolgt

Das britische Außenministerium hat einen Bericht zur Situation von Christen weltweit in Auftrag gegen. Das Ergebnis: Die Religionsgruppe erlebt starke Verfolgung, deren Ausmaß in manchen Regionen beinah einem Völkermord entspreche.
Von PRO
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Pater Toni Tahan im Januar 2018 in einer armenisch-katholischen Kirche in Aleppo, die bei einem Angriff durch Bomben zerstörte wurde

Foto: Open Doors

Pater Toni Tahan im Januar 2018 in einer armenisch-katholischen Kirche in Aleppo, die bei einem Angriff durch Bomben zerstörte wurde

Das Christentum ist die „mit Abstand am häufigsten verfolgte Religion“, heißt es in einem neuen Bericht. Diesen erstellte der Bischof von Truro, Philip Mounstephen, für die britische Regierung. Ihr wird darin empfohlen, bei der Förderung von Religionsfreiheit weltweit federführend zu werden.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt gab den unabhängigen Bericht in Auftrag. Bischof Mounstephen veröffentlichte das 176-seitige Dokument nun. Und mahnt darin Dringlichkeit an: „Wie ernst muss die Situation noch werden, bevor wir handeln?“

Verfolgungsausmaß „nah an internationaler Definition von Völkermord“

Verfolgung aufgrund von religiöser Zugehörigkeit sei weltweit ein zunehmendes Phänomen – in Umfang und Intensität. Unter anderem belegten dies Berichte der Vereinten Nationen (UN). Mounstephen schreibt: „Es wird geschätzt, dass ein Drittel der Weltbevölkerung in irgendeiner Form unter religiöser Verfolgung leidet, wobei Christen die am stärksten verfolgte Gruppe sind“.

In manchen Regionen sei das Ausmaß und die Art der Verfolgung von Christen „nah an der internationalen Definition von Völkermord“, wie dies die UN sehen. Der Bericht nimmt unter anderem Bezug auf Morde durch die Terrororganisationen „Islamischer Staat“ und „Boko Haram“. Vertreibung und Abwanderung seien die Folge. „Beim Christentum besteht die Wahrscheinlichkeit, in Teilen des Nahen Ostens ausgelöscht zu werden – dort, wo die Wurzeln am weitesten zurückgehen.“

Pluralität als Schlüssel für Sicherheit und Stabilität in Region

In den palästinensischen Autonomiegebieten liegt der Anteil der Christen an der Bevölkerung bei 1,5 Prozent, in Syrien hätten 2011 1,7 Millionen Christen gelebt, nun liege die Zahl bei 450.000 Menschen. Im Irak sei die Anzahl von 1,5 Millionen Christen (2003) auf heute unter 120.000 geschrumpft.

„Das Christentum ist vom Verschwinden bedroht, was einen massiven Rückschlag für die Pluralität in der Region darstellt“, heißt es im Bericht. Diese Pluralität sei seit Jahrhunderten „ein Schlüssel für Sicherheit und Stabilität in der Region“.

Hass gegen Christen als „Christophobie“ bezeichnen

Bereits im Mai wurde ein Zwischenbericht veröffentlicht. Der Abschlussbericht umreißt das Problem der weltweiten Christenverfolgung und listet Handlungsempfehlungen auf, um den Christen weltweit zu helfen. Die Verfolgung nimmt laut Pew Research Center zu, das in dem Dokument zitiert wird: 2016 sind in 144 Ländern Christen auf unterschiedliche Weise angegriffen worden, 2015 war dies in 125 Ländern der Fall gewesen.

Außenminister Hunt erklärte laut der BBC, dass sich der Umgang Großbritanniens mit der weltweiten Christenverfolgung grundlegend ändern müsse. Er erklärte, dass die Reaktion der Regierung auf Diskriminierung nicht immer „dem Ausmaß des Problems entsprochen“ habe. Der Konservative sagte, dass, wenn er Premierminister würde, er die Empfehlungen des Berichts in vollem Maße annehmen würde. Hunt erklärte, dass politische Vertreter konkreten Hass gegen Christen mit dem Begriff „Christophobie“ benennen sollten. „Wir müssen anerkennen, dass es hier ein spezifisches Problem gibt, das über das Eintreten für Religionsfreiheit hinausgeht.“

Auch Boris Johnson, Hunts Kontrahent im Wettbewerb um den Premierministerposten, signalisierte seine Unterstützung für den Bericht.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, begrüßte die Veröffentlichung des Berichts. Gleichzeitig rief er zum Gebet für verfolgte Christen auf: „Mögen unsere leidenden Schwestern und Brüder Ruhe, Sicherheit und Freiheit erfahren.“ Er hoffe zudem auf ein Eingreifen der Politik.

Von: Martina Blatt

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