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Bedford-Strohm wirbt für Religion in der Öffentlichkeit

Religion kann die Demokratie positiv beeinflussen. Das führt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in einen Beitrag in der Zeitung Die Zeit aus. Kirche werde auch in Zukunft ihre Überzeugungen in die Gesellschaft einbringen.
Von PRO
Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, erklärt, warum christliche Religion wieder eine größere Rolle in der Gesellschaft spielen solle

Foto: pro/Nico Franz

Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, erklärt, warum christliche Religion wieder eine größere Rolle in der Gesellschaft spielen solle
Heinrich Bedford-Strohm, evangelischer bayerischer Landesbischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wirbt in einem Beitrag der Wochenzeitung Die Zeit dafür, dass Religion in der Öffentlichkeit sichtbar ist und in gesellschaftliche Fragen hineinwirkt. Religion dürfe vom Staat nicht zur „Privatsache“ gemacht werden, erklärt Bedford-Strohm. Zwar sei Religion eine „höchst persönliche Sache“, sie dürfe jedoch nicht ins „stille Kämmerlein“ verbannt werden. Eine Privatisierung der Religion wirke kontraproduktiv, wenn es um Toleranz und Offenheit gehe. Stattdessen spricht sich der Ratsvorsitzende der EKD für eine „öffentliche Religion“ aus. Er bezieht sich damit auf die „Idee des übergreifenden Konsenses“ des Philosophen John Rawl. Demnach könnten sich etwa philosophische oder religiöse Vorstellungen von einem „guten Leben in einer Gesellschaft“ in geteilten Grundüberzeugungen treffen, zum Beispiel in den Menschenrechten. Deshalb seien Religionsunterricht an Schulen und öffentlich finanzierte Lehrstühle für christliche, jüdische oder islamische Religion „Aktivposten für ein friedliches Zusammenleben“. Dabei ist für ihn klar, dass „fundamentalistische Formen von Tradition“ dabei keinen Platz haben.

In Opfern von Unrecht wird Jesus „einmal mehr gekreuzigt“

Die christliche Religion habe bei der Frage nach dem Sinn des Lebens eine gute Chance, sich in die öffentliche Debatte einzubringen. Im Grundsatz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ werde deutlich, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. „Wir sind heute so an die Gottesebenbildlichkeit des Menschen gewöhnt, dass wir zuweilen vergessen, wie kostbar sie ist“, schreibt der Theologe. Das humanitäre Erbe, dem die Menschen verpflichtet seien, könne zudem nicht stärker als damit begründet werden, dass Gott selbst den Menschen in einem von ihnen – Jesus Christus – begegne. So wie der Mensch sich durch Jesus Christus von Gott gerechtfertigt wissen dürfe, ohne eine Leistung erbracht zu haben, gelte auch für jeden die Menschenwürde unabhängig von seinen Taten. Auch das biblische Thema Hilfe für die Armen finde sich im gesellschaftlichen Alltag wieder. Es sei kein Zufall, dass Gott als Armer und Misshandelter in Jesus Christus auf die Welt gekommen sei. Darin „fußt unsere Parteinahme für die Opfer von Machtmissbrauch und Ausgrenzung“. In den Opfern von Unrecht und Gewalt werde Jesus Christus „heute einmal mehr gekreuzigt“. Die Kirche habe also durch ihre Inhalte Wesentliches für das gesellschaftliche Miteinander beizutragen – und die Gesellschaft dürfe und müsse deshalb damit rechnen, dass die Kirche ihre Überzeugungen darin einbringe. Bedford-Strohm fordert, die „Kraft der christlichen Tradition“ wieder mehr wertzuschätzen, und macht deutlich, dass eine säkulare Gesellschaft und die Religion voneinander profitieren könnten. Eine demokratische Kultur werde dann gefördert, „wenn sowohl die Religion die Produktivkraft der säkularen Vernunft wahrnimmt als auch die säkulare Seite einen Sinn für die Artikulationskraft religiöser Sprache bewahrt“. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/kirchen-minderheiten-in-fluechtlingsheimen-schuetzen-96810/
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