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Bedford-Strohm: Mehr Mitgefühl mit Homosexuellen

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat Christen zu mehr Mitgefühl mit homosexuell empfindenden Menschen aufgerufen. Über Soziale Netzwerke verbreitete er am Samstag sieben Thesen zu Ehe und Familie.

Von PRO

Foto: Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

„Eine Ethik, die sich auf Jesus berufen will, muss menschennah sein”, schreibt der Landesbischof in einem Facebook-Eintrag. Was das biblische Zeugnis für die Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens bedeute, könne nicht anhand einzelner Bibelstellen festgemacht werden. Es müsse sich auf Kernaussagen der Bibel gründen. Dazu gehöre es auch, sich in die Situation der Menschen hineinzuversetzen, deren Lebenssituationen Christen bewerten wollten. Dieser Grundsatz habe auch Konsequenzen für die christliche Beurteilung der Homosexualität.

„Wie würde es mir selbst damit gehen, wenn ich als gleichgeschlechtlich Liebender gesagt bekäme: Als Mensch nehme ich dich an, aber deine gelebten Gefühle der Liebe zu deinem Partner sind Sünde? Wie würde es mir selbst gehen, wenn meine Kirche, die mir wichtig ist, für die ich mich vielleicht engagiere, das als offizielle Position vertritt? Wer nachvollziehen will, warum wir in den Kirchen unsere Position zur Homosexualität überdenken, muss diese zutiefst biblisch motivierte Grundlage dafür verstehen”, schreibt Bedford-Strohm in Anlehnung an die breite Debatte über die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit” der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Darin ruft die EKD unter anderem dazu auf, homosexuelle Partnerschaften stärker zu würdigen.

Ehe bleibt Leitbild

„Die in der Orientierungshilfe erläuterten verbindlichen Grundorientierungen für das Zusammenleben in Partnerschaft und Familie wie Treue, Verlässlichkeit und Rücksicht sind unstrittig”, heißt es in dem Statement Bedford-Strohms weiter. Die Ehe sei für die Kirche Leitbild und bleibe Zukunftsmodell für das Zusammenleben in Partnerschaften. Das bedeute aber nicht, dass dadurch andere Formen des Zusammenlebens abgewertet würden. „Eine wache Wahrnehmung heutiger Formen des Zusammenlebens und die daraus entwickelte lebensnahe Ethik heißt nicht unterschiedslose Anerkennung aller Lebensformen. Wer etwa die Lebensabschnittspartnerschaft zum Programm macht, kann nicht auf den Segen der Kirche hoffen”, stellt der Bischof klar.

Erst am Samstag hatten Theologen in einem Symposium in Berlin erneut über die Orientierungshilfe der EKD diskutiert und ihr theologische Unsauberkeiten bescheinigt. Das Thema wird auch die Synode im November beschäftigen. (pro)

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