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Bedford-Strohm: Kirchliche Strukturen nicht mehr zeitgemäß

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat in einem Zeitungartikel Selbstkritik an den vielen Instanzen der Kirche geübt. Weniger Gremiensitzungen eröffneten mehr Zeit für die Verkündigung des Evangeliums.
Von PRO
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, stellt kritische Fragen an die Kirche

Foto: pro/Norbert Schäfer

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, stellt kritische Fragen an die Kirche

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, findet viele kirchliche Strukturen nicht mehr zeitgemäß. In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Montag stellte er Strukturen, Regelwerke und Genehmigungsvorgänge infrage: „Brauchen wir wirklich so viele Instanzen und Entscheidungsebenen, wie wir sie derzeit in der Kirche haben?” Die Kirche sei als „Leib Christi” eine Gemeinde und brauche von diesem Selbstverständnis her „nur eine sehr flache Hierarchie”. Der Ratsvorsitzende findet es gut, wenn sich viele Interessierte am kirchlichen Leben beteiligen. Allerdings forderte er ein Obergrenze für die Zahl der Gremiensitzungen, „um mehr Zeit für die Kommunikation des Evangeliums in die Welt hinein zu haben”.

Schrumpfende Mitgliederzahlen

Bedford-Strohm wirft in dem FAZ-Artikel auch die Frage auf, ob „angesichts des Grundtrends schrumpfender Kirchen” genügend „Erprobungsräume” für neue Begegnungen mit Menschen eingerichtet worden seien – „jenseits aller mentalen oder tatsächlichen Kirchenmauern und Konfessionsgrenzen”. Bedford-Strohm hofft auf mehr Nähe zu den Menschen durch eine vertiefte ökumenische Zusammenarbeit.

Der Ratsvorsitzende rechnet damit, dass die Kirchen im nächsten Jahrzehnt „aller Wahrscheinlichkeit nach weniger als 40 Millionen Mitglieder haben” werden und der christliche Glaube dann nur noch begrenzt an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Es gelte, den Tatsachen nüchtern zu begegnen, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende und fordert, „sich von der Fixierung auf das Bestehende als Maßstab für das Zukünftige frei zu machen”.

Kreuz hat zuallererst religiöse Bedeutung

Die Debatte um das Kreuz in öffentlichen Einrichtungen in Bayern wertet der bayerische Landesbischof auch als „kritische Anfrage” an die Kirchen. „Warum gelingt es uns so wenig, den christlichen Glauben in die Gesellschaft hinein zu vermitteln?”, fragt er. „An der Botschaft des Evangeliums liegt es jedenfalls nicht. Denn die ist richtig stark.”

Kreuze sollten an das „Geheimnis der Erlösung durch Jesus Christus erinnern” und daran, „dass Christus für alle Menschen gestorben ist”. Hinsichtlich der öffentlich geführten Debatte mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) über die Bedeutung des Kreuzes, schreibt der Bedford-Strohm: „Dass das Kreuz zuallererst eine religiöse Bedeutung hat, darüber scheint jetzt Konsens zu bestehen.”

Von: Norbert Schäfer

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