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Bedford-Strohm: Kein Ende der Willkommenskultur

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) für eine Äußerung zur Flüchtlingskrise kritisiert. Seehofer hatte von einem „Ende der Willkommenskultur“ gesprochen.
Von PRO
Die Willkommenskultur für Flüchtlinge muss gefördert und wertgeschätzt werden, findet der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm

Foto: EKD

Die Willkommenskultur für Flüchtlinge muss gefördert und wertgeschätzt werden, findet der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm
„Wer zu uns kommt, muss menschenwürdig behandelt werden. Das verstehen wir unter Willkommenskultur“, sagte Heinrich Bedford-Strohm nach Angaben der Zeitung Die Welt in seiner Funktion als bayerischer Landesbischof. Medienberichten zufolge hatte Horst Seehofer (CSU) gesagt, mit der Vereinbarung zwischen Bund und Bayern über weitere Grenzkontrollen sei „das Ende der Willkommenskultur notariell besiegelt“. Politik und Kirchen seien sich bislang einig gewesen, dass eine Willkommenskultur in Deutschland für Flüchtlinge wertgeschätzt und gefördert werden müsse, sagte Bedford-Strohm. Seehofer löse „Unverständnis und Verärgerung“ aus, falls er dem nicht mehr folgen wolle. Auf der einen Seite bei offiziellen Anlässen das Engagement von Ehrenamtlichen zu loben und auf der anderen Seite ein „Ende der Willkommenskultur“ zu proklamieren, sei ein Widerspruch. Das schade sowohl der Glaubwürdigkeit der Bundesregierung als auch „gesamtgesellschaftlichen Eintreten gegen Rechtsextremisten, die sich bestätigt fühlen könnten“. Kern des christlichen Glaubens sei es, Fremde aufzunehmen und Menschen in Not zu helfen.

CSU verteidigt Seehofer

Bedford-Strohm machte außerdem klar, dass nicht alle Flüchtlinge in Deutschland bleiben könnten. Die entsprechenden Entscheidungen würden jedoch durch rechtliche Verfahren gefällt. Auch die SPD kritisierte die Äußerung Seehofers. Sie sei ein „Schlag ins Gesicht“ für die Ehrenamtlichen, die sich jeden Tag in der Flüchtlingshilfe engagierten, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Die Willkommenskultur vieler Ehrenamtlicher habe geholfen, „diesem Land ein menschliches Gesicht zu geben.“ Der Minister der bayerischen Staatskanzlei, Marcel Huber (CSU), erklärte, die Äußerung Seehofers zum „Ende der Willkommenskultur“ beziehe sich nur auf den neu vereinbarten Grenzschutz und auf das Ende einer „Politik des Durchwinkens“. Selbstverständlich müsse Schutzsuchenden Obhut gewährt werden. (pro)
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