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Beck kritisiert dpa-Berichte über Israel

Die Deutsche Presse-Agentur lässt Sorgfalt vermissen, wenn es um Berichte über Israel geht, findet der ehemalige Grünen-Politiker Beck. Die Nachrichtenagentur weist den Vorwurf zurück, auch der Presserat sieht keinen Anlass zur Kritik.
Von PRO
Die Berichterstattung der dpa über Israel lässt zu wünschen übrig, findet der Grünen-Politiker Beck

Foto: Bündnis 90/Die Gruenen Bundestagsfraktion

Die Berichterstattung der dpa über Israel lässt zu wünschen übrig, findet der Grünen-Politiker Beck

Der ehemalige Grünen-Politiker Volker Beck hat der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorgeworfen, verzerrend über Israel zu berichten. Viele Überschriften passen demnach nicht zum Inhalt der Meldung und stellen Israel in ein schlechtes Licht.

Als Beispiel nannte Beck eine Überschrift vom 12. Juli. Die dpa titelte „Zwei Palästinenser bei israelischer Militäroperation getötet“. Erst in der Meldung werde erklärt, dass die Aggression von Palästinensern ausgegangen sei. Eine angemessene Überschrift wäre für Beck: „Israelische Soldaten töten im Westjordanland zwei mutmaßliche Attentäter.“

Beschwerde zurückgewiesen

Wegen dieser und ähnlich gelagerter Berichte hatte Beck, der von 2014 bis 2017 Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe war, am 14. September den Presserat eingeschaltet. Es gehe um Missachtung der Menschenwürde und der Sorgfaltspflicht. Auch der Grundsatz der Unschuldsvermutung komme bei den dpa-Meldungen zu kurz. Der Presserat lehnte Becks Beschwerde jedoch ab. Auch die dpa bleibe der Ansicht, die Überschriften seien journalistisch sauber, berichtet die Tageszeitung Die Welt.

Beck hält die Zurückweisung der Kritik für unangemessen. Auf Twitter schrieb er: „Angesichts von 40 Prozent antiisraelischen Antisemitismus würde ich mir von der Presse mehr Dialog, Sorgfalt und Eingehen auf Kritik bezüglich der Berichterstattung wünschen. Fehler macht jeder einmal; die Frage ist, ob man daraus zu lernen bereit ist.“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hatte in der Studie „Gespaltene Mitte – Feindselige Zustände“ (FES-Mitte-Studie 2016) einen Anstieg von israelbezogenem Antisemitismus seit dem Jahr 2002 festgestellt. Von 1.896 Befragten stimmten 40 Prozent dem Satz zu: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“

Von: Daniel Frick

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