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Bayerische Fördermittel für Porno-Plattform

Das Land Bayern hat den Onlinevertrieb für Pornos in Höhe von 18.000 Euro subventioniert. Wie es dazu kam, liegt jedoch noch im Dunkeln.
Von PRO
Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat offenbar eine Plattform für den Ankauf von Erotikfilmen subventioniert

Foto: fahnenversand.de

Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat offenbar eine Plattform für den Ankauf von Erotikfilmen subventioniert

Am vergangenen Mittwoch hat das bayerische Wirtschaftsministerium bestätigt, dass 2012 die Bayern Innovativ GmbH einen Innovationsgutschein im Wert von 18.000 Euro an die Porno-Plattform Larotica.de übergeben hatte. Der geförderte Familienbetrieb Jakob aus Bayreuth unterhält eine „Online An- und Verkaufsplattform für Privatkunden von Erotikfilmen“, auf der Erwachsene anonym ihre Pornofilme verkaufen können. Bei den angebotenen Artikeln handele es sich ausnahmslos um „Pornos der härteren Art“, schrieb die Süddeutsche Zeitung. Mit den 18.000 Euro solle der Aufbau des Vertriebs gefördert werden, hieß es weiter. Die Mittel stammen vom bayerischen Wirtschaftsministerium. Sie wurden der Bayern Innovativ GmbH zur Verfügung gestellt, um innovative Unternehmen zu unterstützen. Diese dürfen nicht mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen und müssen einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro aufweisen.
Das Wirtschaftsministerium in München erklärte, dass die Bayern Innovativ GmbH allein für die Vergabe der Innovationsgutscheine zuständig sei. Der frühere Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), unter dem die Gutscheine eingeführt wurden, sagte der Süddeutschen Zeitung, dass er nichts von dem konkreten Fall wisse und Porno-Plattformen auch nicht im Focus der Wirtschaftspolitik gewesen seien. Er forderte die Aufklärung der Angelegenheit. Die Bayern Innovativ GmbH äußerte sich noch nicht dazu.
Die Opposition im bayerischen Landtag reagierte zudem empört. Annette Karl, die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion kritisierte, dass das Unternehmen „weder neu noch klein“ sei und in diesem Sinne überhaupt nicht hätte gefördert werden dürfen. Sie möchte von jetzt an die Arbeit der Bayern Innovativ GmbH genauer beobachten. Das Wirtschaftsministerium hat sich vorgenommen, die Richtlinien zur Vergabe des Innovationsgutscheins zu überarbeiten.
(pro)

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