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BAMF-Chef Weise: „Durch Vergebung wird man frei“

Frank-Jürgen Weise liebt es, wie facettenreich Jesus in der Bibel beschrieben wird: mit seinem göttlichen Wirken, aber auch seinen menschlichen Sorgen. Im Interview des christlichen Monatsmagazins chrismon spricht er offen darüber, wann und warum es ihm schwerfällt, Menschen zu vergeben, und wie groß seine Angst vor dem Tod ist.
Von PRO
Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, spricht mit Chrismon offen und ehrlich über seinen Glauben und seine Zweifel

Foto: pro/Jonathan Steinert

Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, spricht mit Chrismon offen und ehrlich über seinen Glauben und seine Zweifel

Jesus gebe ihm Orientierung – ohne zu engen Regeln oder Ritualen folgen zu müssen. Dies betont der Leiter der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, im Interview des Magazins chrismon. Er könne es schwer akzeptieren, wenn er als Mensch versage oder böse Gedanken habe, „doch ich habe das Gefühl, dass ich auf Gnade hoffen kann. Dieses Vertrauen habe ich.“
Weise bekennt offen, dass er täglich um seinen Glauben ringt – auch und gerade wenn er sehe, wie boshaft und kriminell Menschen und die Gesellschaft sein könnten: „Ich habe aber einen guten Kreis, wo ich über solche Themen als Mann sprechen kann und immer wieder ermuntert werde, standzuhalten“, sagt der 66-Jährige.

Nicht gerade gemütlich, den Tod zu akzeptieren

Offen und ehrlich spricht er auch über den Tod. Dabei fürchtet er mehr das Wie des Sterbens als die Tatsache an sich. Es sei nicht gerade gemütlich, den Tod zu akzeptieren. Aber er glaube an die Auferstehung der Toten, wie sie im Glaubensbekenntnis gebetet wird – auch wenn das für ihn schwer vorstellbar ist. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit hält sich für kritikfähig, auch wenn es ihm im Arbeitsalltag nicht immer leicht falle, geduldig zuhören und den Standpunkt des anderen anzunehmen. Kein Verständnis habe er allerdings für das, was die neuen Medien als Shitstorms bezeichneten.
Da er aktuell eine Sieben-Tage-Woche habe, könne er die Bedeutung des biblischen Wortes vom Sonntag nachvollziehen: „Der siebte Tag ist mir verloren gegangen.“ Oft habe er auch Probleme damit, anderen Menschen zu vergeben. Dagegen kultiviere er seine Misserfolge: „Wenn Jesus vergeben kann, muss ich es als Menschen doch auch können! Vergebung ist etwas Entscheidendes, denn durch Vergebung wird man frei“, bilanziert er. Alles andere sei eine Last im Umgang mit den andere Menschen.
Weise ist noch bis Mai 2017 Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. Im September 2015 übernahm er zusätzlich die Führung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Der verheiratete Vater zweier Kinder besucht eine freikirchliche Gemeinde. (pro)BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise ist „Vordenker 2016“ (pro)
Weise ist neuer Chef im Bundesamt für Flüchtlinge (pro)

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