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Baake: „Zwölf Stämme“ sind nicht evangelikal

Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake, hat in einem Brief an die ZDF-Chefredaktion dagegen protestiert, dass die Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ in der heute-Sendung als „evangelikal“ bezeichnet worden ist. Als evangelikal bezeichne sich die Gruppe nicht einmal selbst, schreibt Baake.
Von PRO

Foto: twelvetribes.org/de

Am Donnerstag hatten rund 100 Polizeibeamte im schwäbischen Klosterzimmern bei Deiningen 40 Jungen und Mädchen aus den Familien der Gemeinschaft „Zwölf Stämme“ geholt. Dies hatten das Jugendamt und das Familiengericht veranlasst. Eine ähnliche Aktion gab es laut der Deutschen Presseagentur dpa im mittelfränkischen Wörnitz. Die Anhänger der Gemeinschaft hätten erst die Schulpflicht ignoriert und dann körperliche Züchtigung an den Kindern vorgenommen, heißt es.

Die „Zwölf Stämme“ hatten sich stets geweigert, ihre Kinder in staatliche Schulen zu schicken – unter anderem wegen des Sexualkundeunterrichts. Die Glaubensgemeinschaft sieht sich in der Tradition der Urchristen vor rund 2.000 Jahren. Wie dpa berichtet, folgen ihre Anhänger „den Worten und Werten von Jesus Christus, den sie hebräisch Jahschua nennen“. Die Gruppe entstand in den USA und zählt nach eigenen Schätzungen weltweit rund 2.000 Mitglieder.

„Biblische Maßstäbe kein Hinweis auf Evangelikalismus“

Das ZDF hatte in seiner Sendung heute am Donnerstagabend über den Fall berichtet. In der Moderation von Matthias Fornoff hieß es, die „Zwölf Stämme“ seien eine „evangelikale Kommune“. Baake protestiert in einem Brief an ZDF-Chefredakteur Peter Frey dagegen, dass die Gruppe so genannt wird. „Diese Gruppierung bezeichnet sich selbst als in der ‚Tradition der Urchristen‘ stehend. (…) Von Zugehörigkeit zur evangelikalen Bewegung finden Sie weder auf der Homepage dieser Gruppierung etwas, noch gibt es in Deutschland ausgewiesene Sachverständige oder Sektenbeauftragte, die die ‚Zwölf Stämme‘ als dem evangelikalen Lager zugehörig bezeichnet hätten“, schreibt Baake.

Dass die „Zwölf Stämme“ der Meinung sind, sie würden vor allem nach den Maßstäben der Bibel leben, sei nicht im Ansatz ein hinreichender Grund, dahinter eine evangelikale Theologie zu vermuten. „Wäre das so, müsste man sämtliche christliche Kirchen als ‚evangelikal‘ bezeichnen, denn alle betonen den hohen Stellenwert des Alten und Neuen Testaments.“

Baake weist darauf hin, dass es in den USA sogar Angebote von Evangelikalen gebe, die Aussteigern aus „Zwölf Stämme“ Hilfe anbieten. „Evangelikale sehen diese Glaubensgemeinschaft als gefährliche Sekte.“ Baake sieht in der Bezeichnung „evangelikale Kommune“ für die Gruppierung den Versuch, „die evangelikale Bewegung durch unhaltbare Verdächtigung zu stigmatisieren“.

Ausdrücklich gelobt hat Baake die Anmoderation der Berichterstattung im ZDF „heute-journal“ durch Christian Sievers. Dieser hatte besagte Gruppe als „ultrakonservative Glaubensgemeinschaft“ bezeichnet. „Dieser Einschätzung stimme ich vorbehaltlos zu“, so Baake. (pro)

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