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Ayaan Hirsi-Ali: „Der Westen muss sich einmischen“

Der arabische Frühling sei vielleicht enttäuschend verlaufen, doch eine Reform des Islam sei möglich, findet die Islam-Kritikerin Ayaan Hirsi-Ali. Im Interview mit der Tageszeitung Die Welt sagt die 45-Jährige, worin ihre Hoffnung besteht.
Von PRO
Die Somalia geborene Islam-Kritikern Ayaan Hirsi-Ali hofft auf die Frauen, dass sie gegen einen unterdrückenden Islam aufbegehren
Die Somalia geborene Islam-Kritikern Ayaan Hirsi-Ali hofft auf die Frauen, dass sie gegen einen unterdrückenden Islam aufbegehren
„Leider sind die rückwärtsgewandten Muslime auf dem Vormarsch“, sagt Ayaan Hirsi-Ali. „Ihre Botschaft ist einfach: Sie setzen ihre Regeln durch mit Worten und mit Gewalt, es ist eine kraftvolle Bewegung.“ Sie ist überzeugt: „Es braucht eine historisch-kritische Interpretation des Korans, eine Reformation des muslimischen Glaubens, so wie sie auch das Christentum durchlaufen hat.“ Hirsi-Ali wurde in Somalias Hauptstadt Mogadischu geboren. International bekannt wurde sie, nachdem sie vor einer Zwangsehe in die Niederlande floh. Gemeinsam mit dem Regisseur Theo van Gogh machte sie einen Film über die Unterdrückung muslimischer Frauen. Van Gogh wurde später von einem radikalen Islamisten getötet, der auch eine Morddrohung an Hirsi Ali hinterließ. Soeben ist ihr neues Buch erschienen: „Reformiert Euch!“ Warum der Islam sich ändern muss“ (Knaus Verlag).

„Falsche Toleranz”

Der Westen bekomme die Folgen der Radikalisierung des Islam zu spüren in Form von Flüchtlingsströmen aus Libyen und Syrien und müsse sich einmischen, sagt Hirsi-Ali. Gleichzeitig wachse die Gefahr von Terror aus den eigenen Reihen: „Junge Leute werden von Hasspredigern radikalisiert, ziehen in den Dschihad oder planen Anschläge in Europa.“ Die Trennung von Religion und Politik sei entscheidend für eine Neuaufstellung des Islam, stellt sie fest. Muslime, die zu einer Reform bereit wären und dazu aufrufen, würden aber kaum gehört. „Gelegentliche Fernsehauftritte moderater Muslime im Westen reichen nicht aus, um ihnen eine Plattform zu geben.“ Sie fügt hinzu: „Der Westen mag enttäuscht sein über den arabischen Frühling, aber ich teile diese Enttäuschung nicht. […] Was mit Hoffnung gibt, ist, dass diese Bewegung begonnen hat Autoritäten zu hinterfragen.“ Sie setze ihre Hoffnung auf die Frauen der muslimischen Welt, denn sie litten am meisten unter der Scharia. Die Toleranz des Westens schütze die Intoleranz der radikalen Muslime, ist sie überzeugt und nennt es eine „falsche Toleranz“. „Multikulti sieht vor, dass jeder seine eigenen Werte behalten darf. Es ist aber ein Fehler, wenn wir hart erkämpfte Freiheiten dafür preisgeben.“ (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/5-thesen-fuer-eine-islamische-reformation-91729/
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