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Auch vor Weihnachten genau hinschauen

Für viele Menschen beginnt schon jetzt der Weihnachtsstress. Dabei sind im Kirchenjahr vor den Adventssonntagen bewusst noch Feiertage gesetzt, die es sich zu feiern lohnt. Ein Kommentar von Johannes Weil
Von PRO
Die Beschäftigung mit dem Tod ist auch für Christen wichtig und gibt einem noch einmal eine neue Perspektive

Foto: Bettenburg/Wikipedia

Die Beschäftigung mit dem Tod ist auch für Christen wichtig und gibt einem noch einmal eine neue Perspektive

Ich gebe zu, ich habe es vergessen. Ich habe vergessen, dass am Mittwoch der Buß- und Bettag war. Eigentlich weiß ich das sehr genau. Immerhin kam ich noch in den Genuss, zumindest einen Teil meiner Schulzeit an diesem Tag frei zu haben. Außerdem ist es ja immer der Mittwoch zwischen den beiden anderen traurigen Sonntagen, mit denen ich lange Zeit nie so richtig etwas anfangen konnte.
Einen von beiden haben wir schon hinter uns: Vergangenen Sonntag standen wir am Ehrenmal vor unserer Kirche. Beim Volkstrauertag denken wir an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Viele halten den Festakt und den Tag selbst für ein Auslaufmodell. Bei uns im Ort besuchen noch einige, aber immer weniger Menschen, diese Feierstunde. Trotzdem muss dieser Tag bleiben. Er ist enorm wichtig: um zurückzuschauen, um aus der Geschichte zu lernen und um manche Fehler der Geschichte nicht noch einmal zu machen, die zu Krieg und Terror führten. In der westlichen Welt können wir gerade dankbar sein für die lange Zeit des Friedens. Aber an so einem Tag können wir auch die Menschen in den Blick nehmen, die dies nicht haben.
Auch ein wichtiger Fixpunkt für viele Menschen ist der kommende Sonntag. Im Volksmund hat er sich als Totensonntag etabliert. Im Kalender des Kirchenjahres ist es der Ewigkeitssonntag. Dieser Name schafft einen Perspektivenwechsel. Bei aller Trauer um einen geliebten Menschen und der Lücke, die dieser hinterlassen hat, richtet der Tag den Blick nach vorne. Er will eine Perspektive schaffen, die über das Leben auf der Erde hinausgeht. Alle Gläubigen dürfen sich darauf freuen, dass es für sie hier keine Endstation ist, sondern dass sie da sein dürfen, wo es kein Leid und keine Schmerzen gibt.
Mit dieser Perspektive lohnt es sich, in die bevorstehende Adventszeit zu gehen. Die Geschäfte künden uns zwar schon lange davon. Die Lebkuchen stehen gefühlt schon Monate in den Regalen. Im Internet macht gerade die Werbung eines Lebensmittel-Discounters die Runde, der damit wirbt, bei allem Trubel die Familie wieder in den Mittelpunkt des Festes zu stellen. Und wieder haben wir als Kirchen und Christen die Chance, den wahren Kern des Festes zu verkünden: ob im Gespräch mit Nachbarn, an der Arbeitsstelle oder vielleicht im Small-Talk an der Supermarktkasse.
Die nächsten vier Wochen sind sicher bei vielen vollgepackt. Da tut es gut, noch einmal innezuhalten: zurückzuschauen am Volkstrauertag, auf sich selbst zu schauen am Buß- und Bettag, nach vorne zu schauen am Ewigkeitssonntag und dann auf den zu schauen, der der Kern von Weihnachten ist – aber bitte erst ab dem 1. Advent. Dabei wünsche ich eine gewinnbringende Zeit.Evangelische Kirchen laden zur Chat-Andacht (pro)
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