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Auch Volker Beck forderte „Entkriminalisierung der Pädosexualität“

Nach Jürgen Trittin wird auch der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, von Publikationen eingeholt, welche die „Entkriminalisierung der Pädosexualität“ fordern. Becks bisherige Angaben zu dem kontroversen Dokument hätten sich als falsch herausgestellt, berichtet Der Spiegel.
Von PRO

Foto: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Beck habe in der Affäre um pädophile Verstrickungen in der Vergangenheit der Grünen „die Öffentlichkeit jahrelang hinters Licht geführt“, schreibt Spiegel Online. Recherchen im Archiv der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung belegten, dass ein Manuskript aus dem Schwulenreferat der grünen Bundestagsfraktion, dessen Referent Beck war, nahezu identisch sei mit einem Gastbeitrag Becks für das 1988 erschienene Buch „Der pädosexuelle Komplex“.

Beck schreibt in dem Buch wörtlich: „Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustands ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich.“ Der Bundestagsabgeordnete war wegen dieses Beitrags bereits in der Vergangenheit immer wieder angegriffen worden. Dabei verteidigte er sich laut Spiegel immer wieder mit dem Argument, der Text sei vom Herausgeber nachträglich verfälscht worden. Nachprüfbar waren diese Angaben laut der Tageszeitung Die Welt kaum, da Beck „leider“ sein Original-Manuskript nicht mehr habe, und weil der Herausgeber des Buches 1999 gestorben war.

Vergleiche man allerdings die beiden Texte, sei Becks Aussage durch den Herausgeber keineswegs verfälscht worden, urteilt Spiegel Online und führt als Beleg die Originaldokumente an. Beck habe eingeräumt, dass seinem Beitrag der falsche Gedanke zugrunde lag, dass es theoretisch gewaltfreien und einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen und Kindern geben könne. Dafür habe er sich entschuldigt.

„Beck als Menschenrechtler disqualifiziert“

„Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat mit Volker Beck als menschenrechtspolitischem Sprecher den Bock zum Gärtner gemacht“, teilte die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, am Freitag mit. Hinweise auf den Aufsatz Becks hätten die Grünen im Bundestag bislang als „furchtbare Unterstellung“ gegeißelt, und Beck selbst habe im Parlament erklärt, der Text sei verfälscht worden. Die Schlussfolgerung aus den jüngsten Enthüllungen sei, dass Beck auch den Deutschen Bundestag „dreist belogen“ habe.

Verheerendes Medienecho Stunden vor der Bundestagswahl

Die jüngsten Enthüllungen um Volker Beck und Jürgen Trittin haben nur Stunden vor der Bundestagswahl zu einem verheerenden Presseecho für die Grünen geführt. „Die Grünen haben als gesellschaftliche Erneuerer ausgedient“, schreibt etwa Focus-Chefkorrespondentin Martina Fietz. „Denn Schuld haben nicht nur diejenigen auf sich geladen, die sich tatsächlich an Kindern vergingen und das auch noch geradezu zynisch als deren sexuelle Befreiung proklamierten. Große Verantwortung kommt auch denen zu, die nicht dafür sorgten, dass der geistige Nährboden dafür ausgetrocknet wurde.“

Auch die linksliberale tageszeitung (taz) spricht im Zusammenhang mit Becks bisherigen Aussagen von „Manipulation“ und kritisiert, der prominente Grüne habe kein aufrichtiges Bild von sich selbst verbreitet. (pro)

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