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Atheist Dawkins befürwortet Bibel-Verteilaktion

Der bekennende Atheist Richard Dawkins unterstützt die Aktion der britischen Politik, jeder öffentlichen Schule eine King-James-Bibel zur Verfügung zu stellen. Das zuständige britische "Ministerium für Erziehung" setzt die Idee anlässlich des 400. Jahrestages der Erstveröffentlichung der Bibel im vergangenen Jahr um.
Von PRO

Foto: David Shankbone (flickr)

Dawkins’ Buch "Der Gotteswahn", in dem der Biologe den Glauben an einen Schöpfer als Wahnvorstellung darstellt, wurde zum Bestseller. "Ein Muttersprachler, der noch nie ein Wort in der King James Bible gelesen hat, gleicht einem Barbaren," schreibt Dawkins in einer Kolumne für die britische Tageszeitung "Guardian". Der Autor und Evolutionsbiologe erklärt, dass er die Aktion sogar finanziell unterstützt hätte, wenn er gefragt worden wäre. Die Idee des Staatssekretärs Michael Gove trifft in der Öffentlichkeit auf ein geteiltes Echo.



Nicht das Buch einer einzelnen Religion vermarkten



Neben den enthusiastischen Befürwortern, bemängeln die Kritiker, dass die Verteilaktion unfair gegenüber den Kindern sei, die nichts mit dem christlichen Glauben zu tun hätten. "Dies ist nicht einfach ein Stück Weltliteratur. Es ist die Heilige Schrift einer einzelnen Religion", wird Terry Sanderson, Präsident der Nationalen Humanistischen Gesellschaft, im "Guardian" zitiert. Es sei nicht die Aufgabe der Regierung, das Buch einer einzelnen Religion zu vermarkten. Vor allem nicht in Schulen, in denen eine große Religionsvielfalt herrsche.



Dawkins unterstützt die Aktion trotzdem – allerdings mit anderen Motiven. "Menschen, die sich bisher wenig mit der Bibel beschäftigt haben, sind mit der These hereingelegt worden, dass die Bibel eine gute moralische Richtschnur ist. Ich habe zudem die zynische, menschenfeindliche Meinung gehört, dass Menschen ohne die Bibel keinen moralischen Kompass hätten. Der sicherste Weg, die Menschen eines Besseren zu belehren, ist es, sie selbst in der Bibel lesen zu lassen", schreibt Dawkins.



"Bibel kann keine moralische Richtschnur sein"



Der Wissenschaftler verweist auf eine Studie seiner eigenen Stiftung: Demnach wisse nur jeder dritte Brite, der sich selbst als Christ bezeichnet, dass Matthäus das erste Buch des Neuen Testaments sei. 39 Prozent dagegen konnten diese Frage überhaupt nicht beantworten. Dawkins betont, dass viele blutige Ereignisse und Kriege in der englischen Geschichte das Ergebnis religiöser Auseinandersetzungen gewesen seien. Spätestens beim Lesen der Bibel würden die Menschen erkennen, dass diese keine moralische Richtschnur sein könne.



Das Verteilen von 24.000 Bibeln in allen Primar- und Sekundarstufen des Landes soll 375.000 Britische Pfund – umgerechnet 464.000 Euro – kosten. Finanziert wird die Aktion hauptsächlich durch Spenden. Aus Sicht des Ministeriums stelle die Bibel eine wertvolle Ergänzung zu jeder öffentlichen Schulausstattung dar: "Die Geschichte der King-James-Bibel kann den Kindern helfen, egal ob sie glauben oder nicht, ihr Verständnis der nationalen Identität und der eigenen Geschichte zu verstehen, sowie deren Einfluss auf unsere Sprache, Literatur, Demokratie und Kultur", begründete das Ministerium in der vergangenen Woche die Entscheidung. Das Verteilen der Bibeln begann am 14. Mai und soll Ende dieses Monats abgeschlossen sein.



Die "King-James-Bibel" gilt als die wichtigste englische Übersetzung der Bibel. Sie wurde im Auftrag von King James I. von England für die Anglikanische Kirche erstellt. Seit ihrer Erstveröffentlichung 1611 ist sie die einflussreichste englischsprachige Übersetzung der Bibel. In der Folgezeit wurden sieben Auflagen herausgegeben, von denen die 1769 entstandene die bis heute am häufigsten verwendete ist. (pro)

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