Das christliche Medienmagazin

arte über Christen in Europa

Der Fernsehsender arte hat am Ersten Advent die Situation von Christen und Kirchen in verschiedenen europäischen Staaten beleuchtet. Das Kulturmagazin "Yourope" blickte dazu nach Frankreich, Holland, Tschechien und in die Türkei.
Von PRO

Foto: arte / ZDF Mediathek

"Wie steht es um das ‘alte’ Christentum bei den Jungen?" fragte Moderator Andreas Korn zu Beginn der Sendung. Statistisch gesehen sei das Christentum die größte Religion in Europa, doch habe es nie so viele Kirchenaustritte gegeben wie jetzt. "Also haben wir uns mal in Europa umgeguckt und festgestellt: Allen Widerständen zum Trotz wird geglaubt, und manchmal sogar n’ bisschen doll".

Die Reise geht zunächst nach Tschechien. Zu sehen sind Jugendliche bei Gesang und Gebet in einer Apostolischen Kirche. "Die wenigen, die hier glauben, glauben dafür umso intensiver", berichtet eine Reporterin aus dem Off. Die 22-jährige Nikola erzählt, wie sie trotz der atheistischen Erziehung ihrer Eltern als Jugendliche zum Glauben kam. "Meine wichtigsten Werte sind Liebe und Familie", sagt sie. Sex vor der Ehe sei für sie tabu, genauso wie für den 22-jährigen Architekturstudenten David aus Prag. "Parties und Kneipen sind nichts für mich", erklärt er fröhlich. Nicht mal ein Viertel der Tschechen sei religiös, berichtet die Reporterin. Die jugendlichen Gläubigen seien "wie ein kleines Wunder".

Kein Sex vor der Ehe auch in Frankreich

Fast die Hälfte aller Franzosen seien Katholiken, heißt es in dem anschließenden Bericht aus Frankreich, doch jeder Dritte glaube nicht mehr an Gott. Zu sehen ist eine Menschenmenge, die vor einem Theater in Paris demonstriert und im Saal auf die Bühne klettert. In einem Theaterstück sei ein Bild von Jesus Christus mit Exkrementen beschmutzt worden, "da konnten die Fundamentalisten einfach nicht mehr an sich halten und haben die Bühne gestürmt". Die Demonstranten würden in den französischen Medien als "erzkonservativ" und "dem ganz rechten Spektrum zugehörig" bezeichnet. Einer der Demonstranten, Tibo, will das für sich nicht gelten lassen: "Ich würde den Regisseur gerne fragen, warum er die Sache nicht zu Ende denkt. Er könnte ja mal wirklich die Meinungsfreiheit testen und das gleiche mit Mohammed machen. Dann wollen wir mal sehen, was wirkliche Gewalt ist. Tibo ist praktizierender Katholik und mit 25 Jahren "bereits verheiratet und Vater einer Tochter". Der Glaube gehört zum Alltag der jungen Familie, die Reportage zeigt Tibo mit seiner Frau beim Bibellesen. Der Hinweis, dass auch dieses Paar vor der Hochzeit keinen Sex hatte, darf natürlich nicht fehlen. "Ich finde es schwierig, dass wir uns immer rechtfertigen müssen", sagt Tibo. "Wir drängen unsere Religion niemandem auf".

Nächste Station bei "Yourope": Holland. "Selbst in den toleranten Niederlanden scheinen kiffende Katholiken in manchen Gemeinden willkommener zu sein als Schwule", heißt es hier. Porträtiert wird ein junger Mann namens Stephan, dessen Eltern ihn nach seinem Coming-Out als Homosexueller verstoßen hätten. Seitdem hat er auch keine Kirche mehr betreten, obwohl er gerne würde. In Amsterdam gäbe es eine Möglichkeit: alle 14 Tage organisieren hier zwei Schwulenvereine Gottesdienste für Homosexuelle. Die meisten der mitwirkenden Priester wollen nicht erkannt werden, hießt es in dem Bericht. Eine Ausnahme macht der Priester Lehn van den Berg: "Der Papst und die Bischöfe haben nichts gegen Homosexualität, solange man sie nicht auslebt", sagt er. 80 Prozent der Kirchen in Holland hätten große Probleme mit Homosexualität, erzählt ein Aktivist aus der Schwulenszene.

"Und dabei geht es noch schlimmer", leitet Moderator Korn zum letzten Teil der Rundreise über: "Man stelle sich einen Schwulen Christen in der Türkei vor." Der anschließende Beitrag handelt dann aber von Egesu, die sich als Jugendliche vom islamischen Glauben ihrer Familie abwandte und Christin wurde. "Ich hatte Glück, meine Familie ist im Gegensatz zu vielen anderen hier sehr liberal und verständnisvoll", sagt sie. Ihrer Großmutter hat sie aber über den Glaubenswechsel nicht informiert, "die würde jeden Kontakt zu mir abbrechen". Der gebürtige Amerikaner Tim ist Pastor in der Türkei und gehört somit zur Minderheit der 0,2 Prozent Christen im Land. "Uns baut es auf, gemeinsam zu beten", erklärt er. Natürlich gebe es auch Probleme: Seit seine Nachbarn erfahren hätte, dass seine Familie christlich ist, dürften die Nachbarskinder nicht mehr mit seinem Sohn spielen. Der Glaube tröste aber bei dem ständigen Gefühl, "anders und unverstanden" zu sein.

In einem kurzen Infoblock ging die Sendung auch auf christliche Mediennutzung ein. Jedes Jahr würden in Europa sieben Millionen Bücher über das Christentum veröffentlicht, Millionen Bürger würden sich jede Woche Gottesdienste im Fernsehen anschauen. Und unter den zehn aktivsten Facebook-Seiten befänden sich vier Angebote mit christlichem Inhalt. (pro)  

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