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Arte-Krimi zeigt Debatte um Abtreibung

Ein Bischof und ein mutmaßlicher Mörder debattieren über Abtreibung. Das ist der Stoff, aus dem der Film „Das letzte Wort“ gemacht ist. Er läuft heute Abend um 20.15 Uhr auf Arte. Die Kritiken sagen: Der theologische Diskurs im Krimi ist nicht dröge, sondern spannend.
Von PRO

Foto: HR

Der Plot: Bischof Bertram Lorenz, gespielt von Thomas Thieme („Das Leben der Anderen“, „Der Untergang“) besucht jedes Jahr für einige Tage seinen Bruder im gemeinsamen Elternhaus. Während des Aufenthalts wird der Bruder eines Nachts ermordet. Zudem stirbt eine Drogensüchtige, um die sich der Bischof kümmern sollte.

Ein Unbekannter taucht bei Bischof Lorenz auf und gibt sich als Polizist aus. Es handelt sich um den hochintelligenten, polizeilich gesuchten Ex-Häftling Oliver, gespielt von Shenja Lacher („Haus und Kind“). Er hält den Bischof gewaltsam im Haus fest. Der Geistliche nimmt an, Oliver sei der Mörder seines Bruders und wolle auch ihn umbringen. Der Kriminelle dringt immer weiter in die Vergangenheit des Bischofs vor und lenkt das Thema plötzlich auf die Drogentote, an deren Tod der Bischof selbst angeblich nicht unschuldig sein soll.

Streitgespräch über existenzielle Grundfragen der Religion


Oliver verwickelt ihn in ein Streitgespräch über Schuld und Sühne, über Moral und Verantwortung, über existenzielle Grundfragen der Religion. Der Geiselnehmer wirft dem Bischof vor, er habe vor Jahrzehnten ein Mädchen gegen dessen Willen ermutigt, ein Kind auszutragen und es dann zur Adoption freizugeben.

Der Film geht 90 Minuten, über eine Stunde davon handeln von der Debatte zwischen dem ehemaligen Häftling und dem Bischof. Das ist schwerer Stoff für einen Fernseh-Thriller. „Doch die theologische Auseinandersetzung um Leben und Tod, um Lehre und Praxis ist kein dröger Diskurs“, schreibt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). „Sie ist spannend und überfordert keineswegs, weil sie sich stets nachvollziehbar am eigentlichen Fall orientiert, der die Widersprüchlichkeiten im Grundsätzlichen offenbart: Wäre das Leben der Frau nicht viel glücklicher verlaufen, wenn sie nicht auf den Kirchenmann gehört hätte?“

Gegenspieler auf Augenhöhe


Im Thomas Thieme und dem jungen Münchener Bühnenschauspieler Shenja Lacher habe der Regisseur Didi Danquart zwei Gegenspieler auf Augenhöhe gefunden, schreibt die WAZ weiter. Die Zeitung Die Welt findet „nicht das Pro und Kontra um die Abtreibung altmodisch, sondern die Form, in die Paul Hengge (Drehbuch) und Danquart das Thema gegossen haben“. Thieme spiele gegen die Schwächen des Drehbuchs an und souverän darüber hinweg – „vor allem da, wo es zum moraltheologischen Exkurs zum Thema Schuld und Sühne im Allgemeinen und Abtreibung im Besonderen wird, was leider mehrfach passiert“, heißt es in der Filmbesprechung. (pro)
http://www.arte.tv/guide/de/047886-000/das-letzte-wort#details-description
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