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“Arte”-Dokumentation zum Turiner Grabtuch

Der Mythos des Turiner Grabtuchs ist nach wie vor ungebrochen. Nicht nur die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Stern" widmet sich diesem Thema. Am Samstag vor Ostern zeigt der Fernsehsender Arte eine Dokumentation rund um das Turiner Grabtuch.
Von PRO

Foto: stern

Das Tuch aus dem Turiner Dom gilt als eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche. Auf 4,36 Metern sind schemenhaft die Umrisse eines Mannes zu sehen. Die für eine Kreuzigung typischen Wundmerkmale an Händen und Füßen sind zu erkennen. Spuren einer Geißelung auf dem Rücken sind ebenfalls vorhanden. Für gläubige Katholiken stellt das Tuch zweifelsfrei das Grabtuch dar, in welches Jesus bis zur Auferstehung eingewickelt war. Papst Johannes Paul II. nannte es "eines der erschütterndsten Zeichen der leidenden Liebe des Erlösers". Kritiker bezweifeln schon seit 1389, dass das 1357 erstmalig der Öffentlichkeit präsentierte Leinentuch echt sei.

"Wissen kann Glauben nicht ersetzen"

Als 1898 ein Foto des Tuches gemacht wurde fiel beim Entwickeln auf, dass auf dem Bild im Negativ mehr Details zu sehen sind. Diese Erkenntnis löste eine neue Popularität des Tuches aus, der sich wissenschaftliche Untersuchungen anschlossen. Eine dieser Untersuchungen kam zu dem Ergebnis, das Tuch sei aus dem Mittelalter, und was man erkennen könne, sei gemalt. Andere wiederum wollten auf dem Leinen Schriftzeichen und Abdrücke von Münzen, die auf den Augen lagen, erkannt haben. Über all diesen Theorien stand jedoch lange Zeit das Ergebnis der 1988 durchgeführten C-14-Methode. Papst Johannes Paul II. erlaubte damals die wissenschaftliche Untersuchung durch drei unabhängige Labore. Die Idee dieser Methode: Bei toten organischen Stoffen verändert sich der vorhandene Kohlenstoffgehalt nicht mehr. Nach und nach aber verliert es C-14, ein radioaktives Kohlenstoff-Isotop. Anhand des Zerfalls von C-14 lässt sich eine einigermaßen präzise Datierung vornehmen.

Das Ergebnis der Wissenschaftler damals bestimmte den Zeitraum 1260 bis 1390. Lange galt das Resultat als gesetzt. Erst mit den Jahren begannen Forscher die Umstände der Untersuchung zu hinterfragen. Die Proben für die Datierung stammten nämlich vom linken oberen Rand des Tuches. Diese Stelle wurde über die Jahrhunderte nicht nur immer wieder angefasst, Unterschiede bei der Verwebung und Färbung des Stoffes wurden ebenso festgestellt.

Für einen gläubigen Menschen sei es jedoch "so gut wie bedeutungslos", ob das Tuch nun echt sei oder nicht, sagt der Turiner Priester Don Marino Basso  in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Stern". "Denn nie könne Wissen den Glauben ersetzen."

Die Dokumentation wird am Samstag um 20:15 Uhr auf "Arte" ausgestrahlt. Die Wiederholungen werden am 7. und 10. April um 10:05 Uhr beziehungsweise 10:55 Uhr gezeigt.

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