Der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle Orientierung bieten. Deshalb seien besonders Formate wie das „Wort zum Sonntag“ und Gottesdienst-Übertragungen ein wichtiger Teil des ARD-Programms. Das sagte ARD-Programmdirektorin Christine Strobl im Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Trotz Sparmaßnahmen soll das Thema Religion „weiterhin stark im Programm verankert“ bleiben, sagte Strobl. Dazu habe man etwa die ARD-Gemeinschaftsredaktion „Religion und Leben“ geschaffen. Ziel dessen sei es, religiöse Themen crossmedial über alle Kanäle zu verbreiten – im Streaming, TV und Radio.
Eine christliche Perspektive auf aktuelle Themen bei öffentlich-rechtlichen Sendern hält die Programmdirektorin besonders „in einer zunehmend säkularen und zugleich fragmentierten Gesellschaft“ für wichtig. Das „Wort zum Sonntag“ findet Strobl dabei für besonders bedeutsam. „Hier werden Gedanken aus dem Alltag aufgegriffen und dazu eingeladen, das, was Menschen bewegt, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Die Sendung spende Mut und Hoffnung und damit auch Lebenshilfe.
Ziel sei es außerdem, ein jüngeres Publikum mit dem Programmbereich „Religion und Leben“ anzusprechen. „In Zeiten von wachsendem Populismus, Falschinformationen und Hasskommentaren im Netz ist es besonders wichtig, hier eine verlässliche Anlaufstelle zu sein“, sagte Strobl. Wenn sie jungen Menschen einen Gedanken zum Thema Glauben mitgeben könnte, wäre es dieser: „Für mich ist Glaube Trost und Hoffnung im Alltag.“
» „Im Dialog mit Bürgern liegt Potenzial für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“
» CDU-Landtagsfraktionen: Doppelstruktur von ARD und ZDF nicht mehr zeitgemäß
Der christliche Glaube sei für sie auch im Privatleben wichtig. Die Tochter des bereits verstorbenen CDU-Politikers Wolfgang Schäuble sagte: „Ich bin katholisch und in einer sehr ökumenisch geprägten Familie aufgewachsen.“ Ihr sei es besonders wichtig, dass der gemeinsame Glaube im Mittelpunkt steht. An Ostern gehörten der Kirchgang und auch die ARD-Sendung „Ostern in Rom“ fest zum Programm dazu. „Religion und Kirche gaben und geben mir auch heute Orientierung und Halt – das galt bei allen Zweifeln fast immer“, sagte sie.