Allein in den vergangenen zwei Wochen hat es nach Angaben von HRW 42 Angriffe auf Kirchen sowie dutzende weitere auf christliche Institutionen und Schulen, koptische Geschäfte und Häuser gegeben. Mindestens vier Menschen seien dabei ums Leben gekommen, darunter ein Muslim. Wie die Organisation unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, seien Militär oder Polizei während der Angriffe meist nicht vor Ort gewesen. Behörden hätten nicht oder zu spät auf Bitten reagiert, Kirchen zu schützen.
Nachdem am 14. August Sitzstreiks der Muslimbrüder gewaltsam aufgelöst worden seien, hätten deren Anhänger Kirchen attackiert, niedergebrannt und geplündert. Sie hätten koptischen Christen vorgeworfen, an der Amtsenthebung Mohammed Mursis beteiligt gewesen zu sein. „Seit Wochen wusste jeder, dass diese Angriffe stattfinden würden. Doch die Behörden haben kaum etwas getan, um sie zu verhindern“, sagte Joe Stork, kommissarischer Leiter der HRW-Abteilung Naher Osten. „Jetzt sind Dutzende Kirchen qualmende Ruinen, und die Christen im ganzen Land verstecken sich zu Hause und haben Angst um ihr Leben.”
Einige führende Muslimbrüder verurteilten nach Angaben von HRW die religiösen Übergriffe. Angriffe gegen Kopten, ihre Kirchen und ihr Eigentum seien mit den Prinzipien ihrer Partei nicht vereinbar. Andere hätten dagegen Kopten für die Gewalt gegen die Bruderschaft mitverantwortlich gemacht. Stork sagte dazu: „Die Anführer müssen auch gegenüber ihren Anhängern klarstellen, dass nicht weiter zu Gewalt aufgestachelt werden darf.“ Nach Attacken gegen Christen hatte HRW bereits im Juli die ägyptischen Behörden dazu aufgefordert, die Minderheit besser zu schützen und die Verantwortlichen für die Übergriffe zur Rechenschaft zu ziehen.
Ägyptischer Botschafter besucht ökumenische Gebetsstunde
Der Weltkirchenrat warnte ebenfalls vor einer verschärften Gewalt gegen ägyptische Christen. Die Nahost-Beauftragte Carla Khijoyan sagte: „Die gewaltbereiten Mitglieder der Muslimbruderschaft könnten ihre gezielten Angriffe gegen die Christen intensivieren, um noch mehr Spannungen zu erzeugen“, berichtet laut dem Portal evangelisch.de der Evangelische Pressedienst (EPD). Von dem entstehenden Chaos im Land versuchten die Muslimbrüder zu profitieren. Christen dienten dabei als Sündenböcke, so die Libanesin. Es gebe allerdings nicht den Plan, Christen aus dem Nil-Staat zu vertreiben.
Zu einer ökumenischen Gebetsstunde hat die koptisch-orthodoxe Kirche in Deutschland am Donnerstagabend eingeladen. In der koptischen Kirche St. Antonius und St. Shenouda in Berlin gedachten Christen verschiedener Konfessionen an die Menschen in Ägypten und beteten für Schutz der Christen und Kirchen sowie Frieden in dem Land. Den Gottesdienst leitete der koptische Generalbischof Anba Damian. Außerdem nahmen Erzbischof Rainer Maria Woelki sowie Bischof Markus Dröge als Vertreter der Katholischen und Evangelischen Kirche teil. Auch der ägyptische Botschafter in Deutschland war laut evangelisch.de dabei.
Friedensappell von muslimischen Verbänden
Mehrere muslimische Organisationen in Deutschland appellierten an die Konfliktparteien in Ägypten und Syrien, die Gewalt zu beenden: „Die Muslime untereinander sowie die Anhänger aller Religionen dürfen sich nicht vom Gift der Unmenschlichkeit und der barbarischen Zerstörungswut anstecken lassen und müssen diesem die Kraft der Vernunft und des Friedens entgegensetzen“, sagte Aiman Mazyek, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime. Die im Rat vertretenen Verbände riefen alle Moschee-Gemeinschaften in Deutschland dazu auf, beim Freitagsgebet für die Menschen in den Konfliktländern zu beten und zu spenden. (pro)
Nachdem am 14. August Sitzstreiks der Muslimbrüder gewaltsam aufgelöst worden seien, hätten deren Anhänger Kirchen attackiert, niedergebrannt und geplündert. Sie hätten koptischen Christen vorgeworfen, an der Amtsenthebung Mohammed Mursis beteiligt gewesen zu sein. „Seit Wochen wusste jeder, dass diese Angriffe stattfinden würden. Doch die Behörden haben kaum etwas getan, um sie zu verhindern“, sagte Joe Stork, kommissarischer Leiter der HRW-Abteilung Naher Osten. „Jetzt sind Dutzende Kirchen qualmende Ruinen, und die Christen im ganzen Land verstecken sich zu Hause und haben Angst um ihr Leben.”
Einige führende Muslimbrüder verurteilten nach Angaben von HRW die religiösen Übergriffe. Angriffe gegen Kopten, ihre Kirchen und ihr Eigentum seien mit den Prinzipien ihrer Partei nicht vereinbar. Andere hätten dagegen Kopten für die Gewalt gegen die Bruderschaft mitverantwortlich gemacht. Stork sagte dazu: „Die Anführer müssen auch gegenüber ihren Anhängern klarstellen, dass nicht weiter zu Gewalt aufgestachelt werden darf.“ Nach Attacken gegen Christen hatte HRW bereits im Juli die ägyptischen Behörden dazu aufgefordert, die Minderheit besser zu schützen und die Verantwortlichen für die Übergriffe zur Rechenschaft zu ziehen.
Ägyptischer Botschafter besucht ökumenische Gebetsstunde
Der Weltkirchenrat warnte ebenfalls vor einer verschärften Gewalt gegen ägyptische Christen. Die Nahost-Beauftragte Carla Khijoyan sagte: „Die gewaltbereiten Mitglieder der Muslimbruderschaft könnten ihre gezielten Angriffe gegen die Christen intensivieren, um noch mehr Spannungen zu erzeugen“, berichtet laut dem Portal evangelisch.de der Evangelische Pressedienst (EPD). Von dem entstehenden Chaos im Land versuchten die Muslimbrüder zu profitieren. Christen dienten dabei als Sündenböcke, so die Libanesin. Es gebe allerdings nicht den Plan, Christen aus dem Nil-Staat zu vertreiben.
Zu einer ökumenischen Gebetsstunde hat die koptisch-orthodoxe Kirche in Deutschland am Donnerstagabend eingeladen. In der koptischen Kirche St. Antonius und St. Shenouda in Berlin gedachten Christen verschiedener Konfessionen an die Menschen in Ägypten und beteten für Schutz der Christen und Kirchen sowie Frieden in dem Land. Den Gottesdienst leitete der koptische Generalbischof Anba Damian. Außerdem nahmen Erzbischof Rainer Maria Woelki sowie Bischof Markus Dröge als Vertreter der Katholischen und Evangelischen Kirche teil. Auch der ägyptische Botschafter in Deutschland war laut evangelisch.de dabei.
Friedensappell von muslimischen Verbänden
Mehrere muslimische Organisationen in Deutschland appellierten an die Konfliktparteien in Ägypten und Syrien, die Gewalt zu beenden: „Die Muslime untereinander sowie die Anhänger aller Religionen dürfen sich nicht vom Gift der Unmenschlichkeit und der barbarischen Zerstörungswut anstecken lassen und müssen diesem die Kraft der Vernunft und des Friedens entgegensetzen“, sagte Aiman Mazyek, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime. Die im Rat vertretenen Verbände riefen alle Moschee-Gemeinschaften in Deutschland dazu auf, beim Freitagsgebet für die Menschen in den Konfliktländern zu beten und zu spenden. (pro)