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Anti-Taufe: Mit dem Fön gegen Jesus

 Im angelsächsischen Raum scheint sich ein neuer Trend zu etablieren: Das Ent-taufen. Damit schwören überzeugte Atheisten dem Glauben ab. In den USA wird den Ex-Christen die Religion "weggeföhnt".  

Von PRO

Foto: Adam Hirschhorn

"Es war eine Chance, um über die albernen Dinge zu
lachen, die ich in meiner Kindheit geglaubt habe. Es half mir zu erkennen, dass
es ok ist, wie ich denke und keinen religiösen Glauben zu haben", begründet
Jennifer Gray ihre Ent-taufe. In der Zeitung "USA Today" berichtet
sie von dem Ereignis, bei dem ein falscher Pfarrer einen Föhn mit der
Aufschrift "Vernunft" benutzt, um das "Wasser der Taufe"
symbolisch wegzublasen. Anschließend wir ein Anti-Abendmahl eingenommen: Cracker
mit Erdnussbutter. Damit ist die Ent-taufe komplett und die Kandidaten erhalten
ihr Zertifikat, das ihnen das "freiwillige Bereuen eines früheren Fehlers"
und die "Akzeptanz der Vernunft über den Aberglauben" bescheinigt.

Trend: Tausende ließen sich schon ent-taufen

Laut "USA Today" haben sich im vergangenen Jahr 250 Atheisten in Ohio, Texas, Florida und Georgia auf diese Weise vom christlichen Glauben losgesagt. Weitere Ent-taufen hätten in den letzten Jahren auf Universitätsgeländen stattgefunden. Zwar könnten die besagten Zertifikate nicht dazu benutzt werden, seinen Namen von den Taufrollen der Kirche entfernen zu lassen, sie hätten aber Gültigkeit bei einem Kirchenaustritt. Viele ehemalige Täuflinge nutzen diesen Weg, um deutlich zu machen, dass sie als Kind und ohne ihre Zustimmung getauft worden seien. Die Ent-taufe ist für sie ein Weg des Protests.

Auch in Großbritannien sind solche Anti-Taufen bereits etabliert. Über 100.000 Briten haben zwischen 2005 und 2009 ein kostenpflichtiges "Ent-taufungs-Zertifikat" genutzt, das im Internet auf der Seite der "Nationalen Säkularen Gesellschaft" (NSS) heruntergeladen werden kann. Die "USA Today" berichtet außerdem von einem "Ent-taufungs-Tag" im vergangenen Oktober in Italien. Verantwortlich für solche Veranstaltungen sind in der Regel regionale Atheisten-Verbände.

Laut dem amerikanischen Soziologen Phil Zuckerman hat der Hype um den Kirchenaustritt in seiner Heimat aber vor allem politische Gründe: "Eine lange Zeit wurden nichtreligiöse Menschen im ‘Bible Belt’ ruhig gehalten, aber nun sind sie nicht mehr still. Ich denke das ist größtenteils eine Reaktion auf die George W. Bush-Präsidentschaft. Atheisten haben gesagt, ‘ die Regierung wird von religiösen Leuten übernommen. Wir müssen aufstehen und sagen: Wir sind hier. Wir sind säkular. Kommt damit zurecht.’" Als "Bible Belt" (Bibelgürtel) wird ein Gebiet im Südwesten der USA bezeichnet, das als sehr religiös gilt. Dazu zählen etwa die Staaten Texas oder Florida. (PRO)

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