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Angst vor der Bibel

Die Kommunistische Partei Chinas fürchtet die Durchdringung der Gesellschaft mit westlichen Werten. Deshalb hat sie einem Zitat aus dem biblischen Schöpfungsbericht den Kampf angesagt.
Von PRO
Würde Michelangelos „Erschaffung des Adam“ (Ausschnitt), das Werk nimmt Bezug auf den Schöpfungbericht der Bibel, auch der kommunistischen Schulbuch-Zensur in China zum Opfer fallen?
Würde Michelangelos „Erschaffung des Adam“ (Ausschnitt), das Werk nimmt Bezug auf den Schöpfungbericht der Bibel, auch der kommunistischen Schulbuch-Zensur in China zum Opfer fallen?
Ein chinesischer Schulbuchverlag hat einen Text aus dem biblischen Schöpfungsbericht in einem Lehrbuch veröffentlicht und sich damit den Unmut der Kommunistischen Partei (KP) des Landes zugezogen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe am Samstag. Demnach hat der chinesische Verlag ein biblisches Zitat neben chinesischen Mythologien in einem Lehrwerk über Literatur im Kapitel über Legenden untergebracht. Nach Ansicht von Inspektoren des chinesischen Erziehungsministeriums dürften jedoch in dem säkularen Staat keine Texte mit religiösen Inhalten in dem Schulbuch erscheinen, folglich sei es unzulässig, die Bibel in dem Werk zu zitieren. Die Volksrepublik China ist offiziell ein laizistischer Staat und propagierte die strenge Trennung zwischen Religion und Staat. „Dass sich die neueste ideologische Intervention ausgerechnet gegen eine Bibelstelle richtet, ist wohl nicht ganz zufällig“, heißt es in dem Artikel. Die Ideologen der Partei sind demnach durch die „schnelle Ausbreitung des Christentum in China alarmiert“ und befürchten, dass „mit dem Christentum eine neue Herausforderung erwächst“. Von den rund 1,4 Milliarden Menschen in der Volksrepublik China sind nach offiziellen Angaben etwa 19 Millionen Christen. Andere Quellen beziffern die Anzahl der Christen im bevölkerungsreichsten Land der Erde auf 30 bis 80 Millionen.

Westliche Werte sollen entfernt werden

Seit dem Amtsantritt von Parteichef Xi Jinping ist dem FAZ-Bericht zufolge der Einfluss linker Parteiideologen deutlicher zu spüren. Deren Ziel sei, „alles Westliche“ aus der kommunistischen Denkweise zu tilgen. Chinas Erziehungsminister Yuan Guiren habe angeordnet, alle „westlichen Werte“ aus Büchern der Schulen und Universitäten zu entfernen. Nach dem Willen der Partei soll sich die ganze Gesellschaft wieder auf den Marxismus besinnen. „Ihnen geht es um die Reinhaltung Chinas von westlichen Ideen und nicht darum, dass chinesische Schüler und Studenten lernen sollen, sich selbst ein Bild zu machen“, schreibt die Zeitung. Der Schulbuchverlag hatte das Bibelzitat damit begründet, die Schüler mit den „Mythen“ der westlichen Welt bekannt machen zu wollen. Für sein Ansinnen hatte der Verlag auch Zustimmung in Form von Kommentaren auf einem Internet-Blog erhalten. In der Debatte über das Bibelzitat in dem Schulbuch hatte ein Hochschullehrer die Auffassung vertreten, dass „es doch Sinn der Erziehung sein müsste, grundlegendes Wissen über die eigene und die fremden Kulturen zu vermitteln“. Aber auch die Kritik an dem Verlag ist dem Bericht zufolge auf Zuspruch gestoßen. Ein Blogger habe die Befürchtung geäußert, die Schule könne zur Kirche werden und er müsse am Ende erleben, „dass meine Kinder plötzlich vor dem Essen beten“. Letztlich hat sich die Parteiideologie gegenüber der Pädagogik durchgesetzt. Nach Angaben der FAZ wird der beanstandete biblische Text in der nächsten Auflage nicht mehr in dem Buch enthalten sein. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/die-meisten-deutschen-haben-eine-bibel-96247/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/gauck-trifft-christen-und-muslime-in-china-95483/
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