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Amnesty International: Religiöse Minderheiten leiden weltweit

In zahlreichen Ländern werden religiöse Minderheiten, darunter auch Christen, verfolgt oder unterdrückt. Das geht aus dem Jahresbericht für 2013 hervor, den die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Mittwoch veröffentlicht hat.
Von PRO

Foto: Howdy, I´m H. Michael Karshis (CC-BY 2.0)

Der aktuelle Bericht von Amnesty International dokumentiert zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen. Danach wurden im vergangenen Jahr Menschen in 112 Staaten misshandelt und gefoltert. In 101 Ländern wurde das Recht auf Meinungsfreiheit beschnitten oder unterdrückt. Laut dem Bericht leiden gerade religiöse Minderheiten in vielen Nationen unter Repressionen durch die jeweilige Regierung.

Vor allem kritisiert Amnesty International die Verfassung in Ägypten. Nicht nur Nichtregierungsorganisationen (NGO) litten unter der Regierung, sondern auch viele Bevölkerungsgruppen. Wie es in dem Bericht für 2013 heißt, garantiert die Gesetzgebung in Ägypten beispielsweise offiziell die Religionsfreiheit. Die Verfassung sehe gesonderte Gesetze für Christen und Juden vor, jedoch litten viele, die vom Islam zum Christentum konvertierten, unter Angriffen der Muslime, berichtet die Menschenrechtsorganisation. Sicherheitskräften sei es bisher nicht gelungen, die Kopten angemessen zu beschützen.

Ähnlich sei die Lage in Nigeria, heißt es im Jahresbericht. Muslimische und christliche Minderheiten litten dort stark unter dem Einfluss der Sekte Boko Haram (zu Deutsch „westliche Erziehung ist Sünde“). Die islamistische Gruppierung hatte in der Vergangenheit zahlreiche blutige Anschläge auf Christen verübt. Sie setzen sich für den Aufbau eines Gottesstaats in Nigeria ein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Sekte schon seit 2009 Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht, berichtet Amnesty International.

Behörden kriminalisieren Meinungsfreiheit

Auch in Indonesien kämpften Sicherheitskräfte gegen anhaltende Verletzungen der Menschenrechte. Einschüchterungen und Angriffe gegen religiöse Minderheiten seien an der Tagesordnung. Wie aus dem Bericht hervorgeht, würden Behörden Religions- und Meinungsfreiheit kriminalisieren. Religiöse Minderheiten wie Christen und Schiiten seien anhaltenden Diskriminierungen ausgesetzt. In den meisten Fällen misslinge es den zuständigen Behörden, sie angemessen zu beschützen.

Ferner erfahren Frauen sowie ethnische und religiöse Minderheiten im Iran ständige Diskriminierungen seitens der Gesetzgebung und der Gesellschaft. Gerade Nicht-Schiiten wie die asketischen Sufis oder auch Christen litten unter den derzeitigen Zuständen. Amnesty International bezieht sich in dem Bericht auf den Pastor Youcef Nadarkhani, der 2009 verhaftet und zur Todesstrafe verurteilt wurde. 2012 wurde er überraschend aus dem Gefängnis entlassen, jedoch wenige Monate später wieder inhaftiert, da er unter Muslimen evangelisiert haben soll. Im Januar wurde er schließlich erneut entlassen. Ähnliche Situationen beschreibt Amnesty International für Staaten wie Vietnam, Syrien, Saudi-Arabien, Pakistan und China.

"Der Einsatz lohnt sich"


Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), lobte die Arbeit von Amnesty International. Die Organisation habe mancherorts schon die Entlassung von Gefangenen bewirkt oder sogar die Abschaffung der Todesstrafe erreicht. „Diese und andere Beispiele zeigen: Der Einsatz lohnt sich.“

Das christliche Hilfswerk Open Doors gibt jährlich zur Dokumentation der Christenverfolgungen einen Weltverfolgungsindex heraus. (pro)


Ausgewählte Länder, in denen religiöse Minderheiten laut Amnesty International-Report verfolgt werden.

Diskriminierung von Minderheiten

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https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar.html?&news[action]=detail&news[id]=6254
http://www.opendoors.de/verfolgung/verfolgungsindex_2013/
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