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Amerikaner toleranter gegenüber Religionen

Die Amerikaner haben eine freundlichere und tolerantere Einstellung gegenüber Religionen, als noch vor wenigen Jahren. Dies geht aus einer Studie des Pew Research Center hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Von PRO
Wie klappt das Zusammenspiel der Religionen und wer bewertet welche Religion positiv bzw. negativ. Damit hat sich eine neue Studie des PEW-Research Centers befasst, die am Mittwoch veröffentlicht wurde

Foto: zanskar, thinkstock

Wie klappt das Zusammenspiel der Religionen und wer bewertet welche Religion positiv bzw. negativ. Damit hat sich eine neue Studie des PEW-Research Centers befasst, die am Mittwoch veröffentlicht wurde

Im Vergleich zu 2014 haben die Amerikaner zu Gläubigen fast aller Religionen ein „wärmeres Verhältnis“. Dies belegt eine Studie des PEW Research Centers. Dabei erhielten Juden (67) und Katholiken (66) auf einer Skala zwischen Null und 100 die höchsten Zustimmungswerte – die noch deutlich über denen von 2014 lagen. Am niedrigsten, aber immer noch deutlich höher als 2014, lagen sie bei Atheisten (50) und Muslimen (48). Bei evangelikalen Christen ist dieser Wert seit der letzten Umfrage (61) gleich geblieben.

Die positiven Empfindungen der Amerikaner gegenüber Mormonen sind von von 54 auf 58 und bei den Buddhisten von 53 auf 60 angestiegen. Neu in der Statistik sind sogenannte Mainline-Protestanten, Angehörige protestantischer Kirchen mit relativ liberaler Theologie, die bei einem Wert von 65 landeten.

Evangelikale sehen die anderen eher negativ

Die meisten befragten Juden und Mainline-Protestanten tendieren dazu, die anderen Religionen besser zu bewerten. Atheisten und Evangelikalen sehen die anderen eher in einem negativeren Licht. „Die Ergebnisse sind interessant nach einem Jahr mit umstrittenen Wahlen und Themen“, erklärt Jessica Hamar Martínez, eine der Wissenschaftlerinnen, gegenüber der „New York Times“. Laut der Studie gibt es einen Unterschied in der Bewertung, falls die Befragten Anhänger der entsprechenden Religionen kennen.

Die Personen, die Muslime kennen, geben ihnen in der Summe 56 Sympathiepunkte. Kennen die Befragten keine Muslime persönlich, liegt der Wert bei 42 Punkten: „Die Ergebnisse lassen vermuten, dass in Amerika alles in Ordnung ist, aber das stimmt so nicht“, kritisiert der Soziologieprofessor der Universität Duke, Jen’nan Ghazal Read, gegenüber der New York Times. Die Ergebnisse wurden auch mit den politischen Einstellungen verknüpft.

Unter Demokraten und deren Sympathisanten etwa ist der Sympathiewert gegenüber Muslimen von 47 auf 56 und unter Republikanern von 33 auf 39 in den vergangenen drei Jahren gestiegen. Die Demokraten bewerten evangelikale Christen auf dieser Skala bei 53 Punkten fast genau im Mittelfeld, während dies bei den Republikanern 71 Punkte sind.

44 Prozent der Amerikaner bewerten die Evangelikalen im oberen Mittelfeld, 38 Prozent im Mittelfeld und 18 Prozent am unteren Ende der Skala. 28 Prozent der Befragten gaben von sich selbst an, evangelikal zu sein. Drei von zehn Amerikanern sehen Muslime in einem negativen Licht, jeder Vierte dagegen in einem positiven. Die religiösen Gruppen tendieren insgesamt dazu, ihre eigenen Gruppen positiver zu bewerten. Am positivsten war der Sympathiewert bei der Selbstbewertung innerhalb der Juden (91) und der Katholiken (83).

Interessant ist, wie viele der Befragten tatsächlich Anhänger anderer Glaubensgemeinschaften kennen. Am höchsten war der Wert bei den Katholiken (86 Prozent): Drei von vier Befragten kennen einen Atheisten. Einen anderen Mainline-Protestanten oder einen Evangelikalen kennen etwas über 60 Prozent der Befragten. Weit dahinter liegen Muslime (45 Prozent), Mormonen (43 Prozent) und Buddhisten (23 Prozent).

Die Erziehung spielt bei den Bewertungen ebenfalls eine Rolle. Akademiker tendieren dazu, die Gläubigen anderer Religonsrichtungen positiver zu beurteilen. Es sei denn, es handelt sich dabei um evangelikale Christen. Bei allen anderen erfragten Merkmalen gab es kaum signifikante Unterschiede.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 9. und 23. Januar 4.248 Erwachsene repräsentativ befragt. (pro)

Von: jw

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