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Allianzkonferenz: Sterbehilfe keine Option

Um Sterbehilfe und darüber, wie Wissenschaft und Glaube zusammenpassen, ging es in zwei Seminaren, die die Besucher der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg erleben konnten. Beide Referenten waren sich einig: Christen sollten sich ihrer Ansichten nicht schämen.

Von PRO

Foto: pro

Dass Wissenschaft und der Glaube an Gott keine Gegensätze sind, erklärte Harald Binder, Referent und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. „Lassen Sie sich nicht einreden, dass der Verstand draußen vor der Tür bleiben muss, wenn man mit Gott zu tun hat.“ Denn Gott habe den Menschen den Verstand selbst gegeben und gewollt, sagte der Chemiker und verwies auf die Bibelstelle Markus 12, 29, wo es heißt: „Du sollst Gott den Herrn lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und von deinem ganzen Verstand.“

Zwar sei nicht alles, was in der Bibel stehe, aus naturwissenschaftlicher Sicht leicht nachvollziehbar. Binder verwies in dem Zusammenhang auf die Frage der Evolution und der biblischen Darstellung der Schöpfung. Es gebe aber auch andere Sachverhalte, die naturwissenschaftlich nicht erklärt werden könnten, wie zum Beispiel die Entstehung der Moai-Figuren bei Rano Raraku auf den Osterinseln: „Niemand weiß, wie sie dorthin kamen – aber die Erklärung, dass alles natürlich passiert ist, wäre nicht befriedigend. Wir vermuten, dass irgendjemand seine Finger im Spiel hatte.“

Evolution nur eine Erklärung

Dass viele Kritiker bezweifelten, dass auch jemand bei der Schöpfung „seine Finger im Spiel“ hatte, hält er deswegen für unverständlich. Die Evolution sei eine vernünftige Art, die Welt zu erklären. Er selbst habe dies als Biologielehrer drei Jahre lang unterrichtet. „Was mich stört, ist, dass dies flächendeckend ausschließlich unterrichtet wird. Denn es gibt noch andere Möglichkeiten, die Welt zu erklären.“

Binder erklärte, dass die Nichtexistenz Gottes nicht wissenschaftlich bewiesen sei. Ebensowenig könne seine Existenz mit naturwissenschaftlichen Mitteln nachgewiesen werden. „Die Frage nach Gott muss über einen anderen Zugang entschieden werden“, sagte Binder. Naturwissenschaftliche Forschung könne auf spannenden Forschungsfeldern in offene Fragen münden, die mit naturwissenschaftlicher Methodik nicht zu beantworten seien. „Hier ist Raum, auch über Gott nachzudenken.“

„Sterbehilfe ist kein humanes Ideal“

In einem anderen Seminar sprach der Vorsitzende der Lebensrechtsgruppe Kaleb, Gerhard Steier, über Sterbehilfe. Er rechne damit, dass das Thema nach der nächsten Bundestagswahl wieder aufkommen werde. Es laufe darauf hinaus, Tötung auf Verlangen und assistierten Selbstmord zu legalisieren, wie es bereits in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden oder Belgien der Fall sei. Entsprechende Gesetzesinitiativen habe es bereits gegeben. Lobbyisten und humanistische Interessengruppen trieben solche Vorschläge voran. Auch die Kosten für die Pflege und medizinische Versorgung von Behinderten und immer mehr alten Menschen spielten bei dieser Frage eine Rolle. „Da müssen wir als Christen sagen: Stopp! Lasst uns auf die Straße gehen, so lange wir noch nicht in Nordkorea leben.“

„Probleme nicht durch Tötung aus der Welt schaffen“

Ein Land, das sich der Menschenwürde verpflichtet fühlt, dürfe Selbstmord nicht unterstützen, sagte der Lebensrechtler. Allerdings werde die Würde des Menschen heute nicht mehr in erster Linie mit dem Recht auf Leben, sondern mit dem Recht auf Selbstbestimmung definiert. Das beinhalte auch das Recht auf „selbstbestimmtes Sterben“. „Wir brauchen Orientierung und müssen dafür jetzt ganz elementare ethische Kategorien durchdenken: Was ist gut und böse? Wie mutig sind wir, solche Fragen als Christen auch in der Öffentlichkeit zu diskutieren?“ Die Bürger eines Landes seien mitverantwortlich für solche gesellschaftlichen Entscheidungen wie die über Sterbehilfe, sagte Steier.

Gott sei ein Gott des Lebens, er entscheide daher auch, wann ein Leben beginnt und wann es endet. Seine Schöpfungsordnung gelte für die ganze Welt. „Das kann uns Christen Gewissheit geben, dass wir unsere Mitmenschen nicht überfordern, wenn wir ihnen deutlich machen: Sterbehilfe ist keine Option und auch kein humanes Ideal.“ Gemeinden könnten in Sachen Lebensschutz auch praktisch Vorbilder sein – ganz nach dem biblischen Gebot „Einer trage des anderen Last“. Beispielsweise bei einer Schwangerschaft von Minderjährigen oder auch bei Problemen im Alter sollten Christen zusammenhalten und in der Not helfen. „Wir können Probleme nicht einfach durch vorzeitige Tötung aus der Welt schaffen. Aber mit Gottes Hilfe können wir sie bewältigen.“ (pro)

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