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Alles Zufall?

Die Erde ist ein wundersamer Planet. Alles ist perfekt für Leben ausgerichtet. Das Staunen darüber erfasst jeden, der sich mit Naturwissenschaft befasst. Den Atheisten, weil so viel Schönes durch Zufall entstand, den Christen, weil Gott offenbar ein überwältigend guter Architekt ist. Ein neuer Dokumentarfilm des "Institutes für Glaube und Wissenschaft" weckt diese Faszination und beantwortet die Frage, warum der christliche Glaube das Forschen unterstützen kann, anstatt es zu behindern.
Von PRO

Foto: NASA

Der Film "Faszination Universum" stellt Fragen, die am Rande der Naturwissenschaft stehen, die jedoch den Menschen nicht weniger stark beschäftigen. "Wie entstand das Weltall? Welche Bedeutung haben wir Menschen? Sind wir allein im Universum?" Schließlich läuft die Dokumentation, die übrigens durch sehr schöne Bilder fesselt, auf die Frage hinaus, die sich früher oder später jedem Naturwissenschaftler in den Weg stellt: Wieso ist das Universum so beschaffen, dass es Leben auf unserer Erde gibt? Sind wir das Produkt eines riesigen kosmischen Zufalls, oder sind wir gewollt?



Die Frage ist keineswegs trivial. Das Staunen ist stets eng verknüpft mit der Erforschung des Alls. "Wissenschaftler schätzen, dass es in unserer Galaxie weit über 100 Milliarden Sterne gibt, und dass das Universum selbst aus über 100 Milliarden Galaxien besteht", klärt uns der Film auf. Licht braucht 100.000 Jahre, um von einem Ende der Milchstraße zum anderen zu gelangen.

Das Universum ist fein abgestimmt


John Lennox, Professor für Mathematik an der University of Oxford, bringt die Hauptaussage der Dokumentation auf den Punkt: "In den vergangenen Jahrzehnten entdeckte man, dass das Universum etliche Bedingungen genau erfüllen muss, damit Leben, wie wir es kennen, möglich ist. Bestimmte Parameter müssen in sehr engen Grenzen liegen." Der Film greift einige dieser "Feinabstimmungen" (Englisch: Finetuning) des Universums auf: Die Sonne darf nicht zu nah und nicht zu fern von der Erde sein; sie darf nur eine bestimmte Größe haben; sie muss konstant dieselbe Energie liefern. Der Neigungswinkel der Erde zur Sonne beträgt 23 Grad – dadurch entstehen unsere Jahreszeiten.



Damit die Erde aber dadurch nicht ins Trudeln gerät, steht ihr der verhältnismäßig große Mond zur Seite. Stünde die Erde senkrecht zur Sonne, gäbe es kaum Klimazonen, in denen sich die Vielfalt des Lebens entfalten könnte. Stünde die Erdachse waagerecht zu ihrer Umlaufbahn, gäbe es keinen Wechsel von Tag und Nacht, die Temperaturen wären extrem und immer gleichbleibend – und vermutlich gäbe es auch dann kein Leben. Wäre der Mond zudem näher an der Erde, würde diese sich viel langsamer drehen, und ein Tag würde beispielsweise einen Monat dauern. Sogar der Jupiter, obwohl im Schnitt 770 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, spielt eine wichtige Rolle für uns: Er hält Himmelsköper wie Kometen von der Erde fern, da seine Masse die der Erde 300 Mal übertrifft und wie ein "Gravitationsstaubsauger" fungiert.


Außerdem wäre die Partikelstrahlung unserer Sonne eigentlich tödlich für das Leben auf der Erde. Da die Erde jedoch glücklicherweise ein Magnetfeld besitzt, werden diese Teilchen zu den Polen abgelenkt. Wir können dieses Phänomen als Polarlicht sehen. Auch die Erdatmosphäre ist genau richtig beschaffen, das Gasgemisch enthält unter anderem 20 Prozent Sauerstoff. Dies ermöglicht die Bildung von Ozon, welches die für Organismen schädliche UV-Strahlung von der Erdoberfläche fernhält. Die Atmosphäre lässt zudem gerade jenen schmalen Spalt im Spektrum der elektromagnetischen Strahlung durch, die für die Photosynthese notwendig ist. Unsere Sonne hat just in eben diesem Bereich der Strahlung ihr Maximum.


Und so geht es weiter. Sogar die Fundamentalkräfte der Natur müssen genau die Werte haben, die sie haben. Wäre etwa die Schwerkraft nur ein wenig größer, hätte sich das Universum nie ausgedehnt; wäre sie kleiner, hätte es sich zu schnell ausgedehnt, und es wären keine Sterne entstanden. Die Präzision, mit der diese Kraft abgestimmt werden muss, damit später Leben auf unserem Planeten entstehen konnte, beträgt etwa 1:10 hoch 60 (eine 1 mit 60 Nullen). "Das wäre etwa die Wahrscheinlichkeit, mit der ich eine Münze am Ende des Universums treffen würde", sagt Peter Hägele, emeritierter Professor an der Abteilung für Angewandte Physik der Universität Ulm. Sogar die Lage unserer Sonne innerhalb der Galaxie ist entscheidend, und wiederum der Abstand unserer Galaxie zu den Nachbargalaxien darf nicht zu groß sein, damit es nicht zu viele Kollisionen gibt.


Außerirdisches Leben sehr unwahrscheinlich



Der gläubige Mathematik-Professor Alister McGrath erklärt: "Die Erde ist eindeutig außergewöhnlich. Natürlich können wir nicht sagen, dass es das Gleiche nirgendwo sonst im Universum geben kann. Aber wir denken darüber nun einmal auf der Erde nach und können nicht daran vorbei sehen, dass sie tatsächlich außergewöhnlich ist." Der Brite studierte Mathematik, Physik, Chemie und Theologie.


Natürlich erscheint es einem Laien bei einem Blick in den Nachthimmel zunächst naheliegend, dass Leben auch anderswo im Universum entstanden ist. Aber so wie Alfred Krabbe, Professor für Flugzeugastronomie und Extraterrestrische Raumfahrtmissionen in Stuttgart, sind viele Wissenschaftler auf der DVD überzeugt: "Wir wissen, dass es wenige andere Systeme gibt, die so aussehen wie unser Sonnensystem." Auch der Schweizer Arnold Benz, Professor für Astrophysik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, erklärt: "Natürlich gibt es viele Sterne da draußen, aber gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie alle Bedingungen erfüllen, die wir heute als notwendig für Leben erachten. Aber selbst wenn es Aliens gäbe: Wenn die Übermittelung einer Nachricht 500 Jahre dauerte, dürfte es schwierig werden mit der Konversation". McGrath gibt zu verstehen: "Es ist unmöglich, eine Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben anzugeben. Aber es scheint ziemlich unwahrscheinlich zu sein."


Wenn ein Naturwissenschaftler diese wundersame "Feinabstimmung" zu interpretieren versuche, gerate er unweigerlich in den Einflussbereich seiner ganz privaten Weltanschauung, sagt der Physiker Hägele. Barbara Drossel, Physik-Professorin an der Technischen Universität Darmstadt, betont: Man sollte trennen zwischen dem, was man als Wissenschaftler erfahren kann und dem, was man als Mensch in die Ergebnisse hineininterpretiert.


Auf der DVD finden sich zwei Versionen des Films: eine Kurzfassung von 35 Minuten Länge und eine Langfassung mit 55 Minuten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vollständigen Interview-Antworten der namhaften Wissenschaftler im Bonusmaterial. Dort kommt auch der Mathematiker, Biophysiker und Theologe McGrath ausführlich zu Wort. "Feinabstimmung weist auf einen Feinabstimmer hin", argumentiert er. Der christliche Glaube könne sowohl die regelhafte Ordnung und seine Schönheit und Herrlichkeit des Universums erklären. Für ihn, der früher Atheist gewesen sei, sei der Glaube zu einem "Wegweiser" beim wissenschaftlichen Forschen geworden. Der Atheismus sehe nur, was an der Oberfläche der Realität sei, bemängelt er. "Aber im christlichen Glauben heißt es: Das, was du siehst, existiert, aber es gibt mehr, noch Bedeutenderes. Und wenn man das erst einmal entdeckt hat, erscheint alles in einem anderen Licht."


So kann aus dem Staunen über die Natur ein Staunen über Gott werden. Und die Faszination für das Universum wird für einen gläubigen Menschen zu einer Faszination für Gott. (pro)

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