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Albert Frey: „Lobpreis wird zu einseitig gesehen“

Der Sänger Albert Frey veröffentlicht am Freitag sein neues Album „Tiefer sehen“. Im Interview mit pro spricht der Songwriter und Produzent über die neue CD, Lobpreis und sein Verhältnis zu Gott.
Von PRO

Foto: Thommy Mardo

pro: Was steht hinter dem Titel des neuen Albums „Tiefer sehen“?

Albert Fey: „Tiefer sehen“ ist nicht nur der Titel eines Liedes, sondern drückt meinen Wunsch aus, die unsichtbare Wirklichkeit Gottes stärker wahrzunehmen. Paulus spricht von den „Augen des Herzens“. Im Lobpreis und der Anbetung nähern wir uns ja einem unsichtbaren Gott. Aber es geht mir auch darum, Gott in den alltäglichen Dingen zu finden. Deshalb hat das Album auch eine philosophische Seite: Schau genauer hin, entdecke einen tieferen Sinn in allem, was dir begegnet. Gott ist da.

pro: Beschreiben Sie Ihr neues Album in drei Sätzen.

Albert Frey: Es ist eine große Einladung, Gott zu suchen: Mit den Liedern zu singen und zu beten, über die Texte nachzudenken, durch die Atmosphäre der Musik in einen Raum der Begegnung mit Gott zu kommen. „Tiefer sehen“ hat mehr Energie und Vielfalt als die Vorgänger „Urklang“ und „Im Namen des Vaters“. Ich hoffe, dass es noch „reifer“ ist, dass ich mich auch künstlerisch weiterentwickelt habe.

pro: Sie sind selbst Lobpreisleiter. Was bedeutet für Sie Lobpreis?

Albert Frey:
Mehr als nur Musik und Lieder, und auch mehr als nur Gebet. Es ist eine Grundhaltung der Dankbarkeit gegenüber Gott, die nichts selbstverständlich nimmt, sondern weiß: Alles Gute ist von ihm geschenkt. Ab und zu muss ich das Gott auch sagen und singen.

pro: Wird der Begriff Lobpreis manchmal zu einseitig gesehen?

Albert Frey:
Ja, das ist ein großes Problem. Viele denken dabei nur an Musik, gar einen bestimmten Musikstil. Außerdem haben wir auch das Problem, dass „Lobpreis“ nahelegt, wir müssten immer nur die positiven Dinge zu Gott sagen. Wie in den Psalmen sollten wir aber alles, was uns bewegt, vor Gott bringen und auch davon singen.

pro: Beschreiben Sie Ihre „Freundschaft mit Gott“.

Albert Frey:
Ich habe bestimmte Bilder, die mir helfen, meine Beziehung zu Gott zu leben. Jesus als großer Bruder an meiner Seite, mit dem ich über alles reden kann. Gott Vater, der mich tröstet und versteht. In Gebetszeiten, Liedern, aber auch im Alltag nehme ich so immer wieder Verbindung zu Gott auf und lerne, mich zu entspannen, dankbar zu werden und die Dinge aus seiner Sicht zu sehen.

pro: Sie singen auf Ihrem neuen Album über Israel. Worum geht es in dem Lied „Höre Israel“?

Albert Frey:
Es handelt vom ersten Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben. Insofern singt meine Frau Andrea, die das Lied interpretiert, dort nicht über Israel, sondern mit Israel. Das „Schma Israel“ (Anm. d. Red.: jüdischen Glaubensgrundsatz) wird ja im Judentum sehr oft gebetet, an die Türpfosten geschrieben. Im zweiten Vers geht es dann um das „Volk Gottes“ allgemein, im dritten um den einzelnen Menschen. Auf allen Ebenen sind wir gerufen, Gott und der Liebe den Vorrang zu geben.

pro: Was verbinden Sie persönlich mit Israel?

Albert Frey: Ich war zwei Mal da und spüre eine tiefe Verbindung zu dem Land, seiner Geschichte und den Menschen dort. Ich setzte aber nicht das politische Israel mit dem biblischen gleich.

pro: In dem Lied „Komm näher“ geht es um ein prophetisches Wort.
Woher kommt die Inspiration für das Stück?

Albert Frey:
Ich war, wie schon öfter, zu Stillen Tagen im evangelischen Kloster Gnadenthal. Der Leiter, mein Freund Manfred Lanz, hat uns als Teilnehmer ermutigt, auf persönliche Worte von Gott zu hören und sie aufzuschreiben. Zuvor gab es eine Bildbetrachtung von Rembrandts „Der verlorene Sohn“, bei dem ich mich wieder einmal in dem älteren Bruder am Rand wiederfand. Als ich dann die Worte in mein Tagebuch schrieb, spürte ich: Das sagt jetzt Gott zu mir in meine Situation als „älterer Bruder“.

pro: Wovon handelt dieses Lied?

Albert Frey:
Es beschreibt die Einladung von Gott Vater „Komm näher, mein Kind“. Es geht darum, Distanz und Barrieren in der Beziehung zu Gott zu überwinden. Dabei sind negative Gefühle kein Hindernis, sondern genau die können – ehrlich vor Gott gebracht – mehr Nähe bringen.

pro: Wie versuchen Sie zu verhindern, dass Ihre Texte kitschig klingen?

Albert Frey:
Manche finden sie vermutlich immer noch kitschig. Es ist nicht leicht, auf Deutsch über Gefühle und geistliche Wahrheit zu schrieben, ohne in Klischees zu landen. Ich suche keine zwanghaft moderne oder lässige Sprache, sondern eher eine neutrale, manchmal auch bewusst alte oder lyrische Ausdrucksweise. Außerdem suche ich nach neuen Bildern, wie zum Beispiel im Song „Schöpfergott“, mit Ideen aus Chemie und Astronomie.

pro: Herzlichen Dank für das Gespräch. (pro)

Die Fragen stellte Martina Schubert.

Albert Frey: "Tiefer sehen"
Gerth Medien
17,99 EUR

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