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Aktion gegen Zensur im Internet

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ demonstriert gegen die Zensur im Internet. Zum „Welttag gegen Internetzensur“ hat sie zensierte Internetseiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Von PRO
Reporter ohne Grenzen macht in einer Aktion zensierte Webseiten wieder zugänglich

Foto: Fotolia/Artur Marciniec

Reporter ohne Grenzen macht in einer Aktion zensierte Webseiten wieder zugänglich
Zum Welttag gegen Internetzensur am Samstag hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG), die sich für Pressefreiheit und gegen Zensur weltweit einsetzt, zensierte Webseiten in China, Malaysia, Saudi-Arabien, der Türkei und Vietnam entsperrt. Mit der Aktion „Grenzenloses Internet“ protestiert sie gegen Internetzensur in vielen Staaten. Durch repressive Gesetze und technische Hürden werde versucht, Bürgern kritische Nachrichtenmedien und andere unabhängige Informationsquellen vorzuenthalten, schreibt die Organisation in einer Pressemeldung. Für die Protestaktion hat ROG sechs Internetseiten ausgewählt, deren Informationen oft im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen der jeweiligen Regierungen stehen. „Wer Nachrichtenquellen zensiert, will kontrollieren, was Menschen wissen und welche politischen Meinungen sie sich bilden“, erklärt ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp. Mit der Aktion will die Organisation zeigen, dass Internetzensur überwindbar ist. „Keine Regierung darf nach Belieben entscheiden können, aus welchen Informationsquellen ihre Bürger schöpfen“, betonte Spielkamp.

Alternative türkische Nachrichtenseite entsperrt

Die ehemals zensierten Seiten hat ROG zugänglich gemacht und als Kopien auf den Cloud-Servern wichtiger Anbieter wie Amazon, Fastly, Google oder Microsoft abgelegt. Dadurch seinen die gespiegelten Webseiten praktisch nur durch eine Regierung zensierbar, indem diese die gesamten jeweiligen Cloud-Server blockieren würden. Dann wären jedoch auch Tausende Unternehmen betroffen, die auf Dienste derselben Anbieter angewiesen sind. „Einen so großen wirtschaftlichen und politischen ‚Kollateralschaden‘ ihrer Internetzensur dürften Regierungen in der Regel scheuen“, heißt es in der Mitteilung. Zu den entsperrten Seiten gehört unter anderem das alternative türkische Nachrichtenportal Sendika.org. Seit 14 Jahren versuche Sendika „den Sprachlosen in der Türkei eine Stimme zu geben und über Themen zu berichten, die von den großen Medien ignoriert werden“. Dazu gehöre die Berichterstattung über soziale Themen, die Kurdenfrage sowie die Frauenrechts- und die LGBT-Bewegung. Seitdem der Konflikt zwischen der Regierung und der kurdischen PKK im vergangenen Juli wieder aufgeflammt sei, werde die Nachrichtenseite von den Behörden blockiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte ROG mit einer ähnlichen Aktion auf Zensur im Internet aufmerksam gemacht und elf Nachrichtenseiten entsperrt und zugänglich gemacht. Diese Webseiten sind eigenen Angabe zufolge mittlerweile rund 64 Millionen Mal aufgerufen worden. Eine aktuelle Liste der entsperrten Seiten und der verwendeten Dienstleister stellt ROG auf einer Internetseite

zur Verfügung. (pro)

https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/eine-ernuechternde-jahresbilanz-der-pressefreiheit-94430/
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/presserat-will-weiter-vor-diskriminierung-schuetzen-95288/
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