Ägypten: Gewalt zwischen Christen und Muslimen

Durch den Machtkampf in Ägypten wird auch die Stimmung zwischen den Religionsgruppen angespannter. Laut Medienberichten kommt es zunehmend zu Gewalt zwischen Christen und Islam-Anhängern.
Von PRO

Foto: lokha/CC BY-NC-SA 2.0

Während die koptischen Christen mit dem Militärchef Abd al-Fattah al-Sisi sympathisierten, hielten Mitglieder islamistischer Gruppen zu dem abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi, berichtet Spiegel Online. Das geistliche Oberhaupt der Kopten, Papst Tawadros II., hatte sich öffentlich für Mursis Absetzung eingesetzt. Deshalb würden in Gebieten, in denen vor allem Christen wohnen, „Bärtige verfolgt – weil man sie für Islamisten hält“, berichtet Spiegel-Korrespondent Raniah Salloum aus Kairo. In Pro-Mursi-Regionen würden hingegen Christen brutal attackiert.

Am Samstagabend etwa ist es nach Demonstrationen von Mursi-Anhängern in der ägyptischen Provinz Al-Minia zu Gewalt gekommen. In dem Dorf Raida hätten die Islamisten während eines Protestmarsches am späten Samstagabend eine Kirche und mehrere Häuser von Christen mit Steinen beworfen, berichtete das christliche Nachrichtenportal „Watani.net“ am Sonntag.

Persönlicher Streit wird zu Straßenschlacht

In dem Dorf Bani Ahmed al-Scharkija schritt die Polizei mit Tränengas ein, als sich nach einer Pro-Mursi-Demonstration am Abend in einem Teehaus ein persönlicher Streit zwischen einem jungen Muslim und einem koptischen Christen zu einer Straßenschlacht ausweitete. Die Kontrahenten warfen Steine und Brandbomben. Drei Zivilisten und ein Polizeioffizier wurden verletzt.

Ein Vertreter der Organisation „Kopten ohne Grenzen“ sagte dem Nachrichtenportal „youm7“, die Mursi-Anhänger griffen zunehmend Christen an, „um Terror in der Gesellschaft zu verbreiten“. Rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung sind Christen. Auf dem Land, also in Oberägypten oder auf der Sinai-Halbinsel, wo der Staat weniger durchgreift hat, seien sie besonders schutzlos, schreibt Spiegel Online.

Für Sonntag riefen die Islamisten zu neuen Massenkundgebungen auf. (pro/dpa)

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