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Abtreibung wegen falschen Geschlechts

Ärzte in mehreren britischen Kliniken sollen Schwangerschaftsabbrüchen aufgrund eines ungewünschten Geschlechts zugestimmt haben. Das hat eine Undercover-Recherche der Zeitung "The Telegraph" ergeben. Britische Politiker zeigten sich schockiert.

Von PRO

Foto: Meagen

"Ich stelle keine Fragen. Wenn Sie einen Abbruch wollen, wollen Sie einen Abbruch." Schon dieser Satz aus dem Munde einer Ärztin in Großbritannien ist streng genommen illegal. Denn bei Schwangerschaftsabbrüchen gilt: Die Mediziner müssen der Meinung sein, dass sie durchgeführt werden kann, sei es aufgrund körperlicher oder seelischer Gefahr für die Mutter oder einer Behinderung des Kindes. Dennoch wurde der Satz ausgesprochen und der "Telegraph" deckte weit Dramatischeres auf.

Wie eine versteckte Kamera in mehreren Fällen festhielt, akzeptierten Ärzte als Grund für eine Abtreibung ein ungewolltes Geschlecht des Kindes, wie etwa bei einem Fall aus Manchester. Denn auch als die vermeintliche Patientin äußert, lediglich der Wunsch nach einem Mädchen sei der Grund, warum sie ihren Jungen nicht bekommen wolle, erntet sie von der Ärztin nur einen skeptischen Blick. Einen Termin für den Abbruch macht sie dennoch aus.

Redakteure der Tageszeitung begleiteten undercover schwangere Frauen in neun Abtreibungskliniken im ganzen Land. Drei Mal stimmten Ärzte dem Anliegen zu, boten zum Teil sogar an, notwendige Angaben zu fälschen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, kündigte das Gesundheitsministerium nach Veröffentlichung der Recherchen eine Untersuchung an. Der zuständige Minister Andrew Lansley sagte, er sei "extrem besorgt" über diese Verdachtsfälle. "Ich habe meine Beamten gebeten, in dieser Sache mit Hochdruck zu ermitteln." Die Selektion nach Geschlecht sei nicht nur "moralisch falsch", sondern auch "illegal".

Im Jahr 2010 wurden in Großbritannien laut SZ 189.574 Schwangerschaften abgebrochen. 2009 soll es auf der Insel mehr Abtreibungen gegeben haben als irgendwo sonst in Europa. Die Hälfte aller Teenager-Schwangerschaften (2009 waren es 38.259) endet mit einem Abbruch. (pro)

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