Die Zwischenwahlen in den USA haben für ein politisches Erdbeben gesorgt. Donald Trumps Macht schwindet, weil die Demokraten beide Kammern des Kongresses mit großer Mehrheit für sich entscheiden konnten.
Sowohl der Senat als auch das Repräsentantenhaus sind nun blau. Und der US-Präsident wird es künftig sehr schwer haben, Bundesgesetze durchzubringen, denn dafür braucht er beide Kammern. Entweder Trump schließt Kompromisse mit den Abgeordneten – oder er regiert durch per „executive order“, auch wenn er damit nicht alles beschließen kann, was er will.
Auch bei dieser Wahl wurden wieder große Unterschiede zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen deutlich. Eine religiöse Gruppe stach dabei erneut besonders heraus: die weißen Evangelikalen. Republikanische Kandidaten hatten in dieser Gruppe in allen Wahlen ausnahmslos die Nase vorn.
82 Prozent stimmten laut einer großen CNN-Nachwahlbefragung für „GOP“-Kandidaten. Das ist in etwa so viele wie in den letzten drei Präsidentschaftswahlen, als immer um die 80 Prozent der weißen Evangelikalen für Donald Trump stimmten.
Aber auch die weißen Protestanten, die sich nicht als evangelikal bezeichneten, stimmten mit großer Mehrheit für die republikanischen Demokraten. Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei Christen mit anderer ethnischer Herkunft. Schwarze Protestanten und Katholiken stimmten mit um die 90 Prozent demokratisch. Bei Latinos zeigte sich ein gemischteres Bild.
Auffällig ist, dass sich 2026 deutlich weniger Wähler als „weiße Evangelikale“ bezeichneten als noch vor vier Jahren. Ihr Anteil schrumpfte von 24 auf 17 Prozent der nach der Wahl befragten Wähler.
Im Vorfeld der Zwischenwahlen berichteten viele Medien über gläubige demokratische Kandidaten. Allen voran: der texanische Kandidat James Talarico. Der 37-Jährige war mit christlichen Sprüchen in den Wahlkampf gezogen und kündigte an, wie Jesus bei der Tempelreinigung in den USA aufräumen zu wollen. „Es ist an der Zeit, die Tische umzuwerfen“, so Talarico.
In der Gruppe der weißen Evangelikalen konnte er damit allerdings nicht punkten, ebensowenig wie die anderen demokratischen Kandidaten, die mit einem christlichen Profil aufgefallen waren, etwa Adam Hamilton in Kansas. Hamilton ist Pastor einer methodistischen Kirche. Beide sind theologisch eher liberal. Auch hier stimmten schwarze Christen mit großer Mehrheit für den demokratischen Kandidaten.