Israelische Armee und Trump sind „Feinde der Pressefreiheit“

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat eine Liste mit den größten „Feinden der Pressefreiheit“ veröffentlicht. Dazu zählt sie den US-Präsidenten Donald Trump, die israelischen Streitkräfte und den Konzern „Meta“.
Von Anna Lutz
Trump spricht am 26. Oktober 2026 vor Journalisten

Ganze 33 Namen hat „Reporter ohne Grenzen“ auf einer Liste von exemplarischen „Feinden der Pressefreiheit“ gesammelt. Gemeinsam ist ihnen laut Pressemitteilung: „Sie alle greifen unabhängigen Journalismus und das Recht auf verlässliche Informationen an – nutzen dafür aber unterschiedliche Taktiken.“

Im Bereich Politik zählt die Organisation dazu etwa den russischen Präsidenten Wladimir Putin, aber auch dessen US-amerikanisches Gegenüber Donald Trump. Letzterem werfen „Reporter ohne Grenzen“ eine „beispiellose Offensive“ gegen die Pressefreiheit vor. „Mit verbalen Angriffen, juristischen Einschüchterungsversuchen und politischen Vergeltungsmaßnahmen versucht er, die Berichterstattung zu kontrollieren und Medien, die nicht im Sinne seiner politischen Interessen berichten, zu schaden“, heißt es. Außerdem stehen der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew oder sein belarussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko auf der Liste. 

Journalisten in Gaza getötet

In der Kategorie „Sicherheit“ listen die Menschenrechtler neben der Kommunistischen Partei Chinas unter anderem die israelischen Streitkräfte. Seit Oktober 2023 habe die Armee in Gaza etwa 220 Journalisten getötet, 63 davon aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit. Zu Journalisten zählen demnach Mitarbeiter unabhängiger Medien, aber auch von Redaktionen, die der Hamas oder der Fatah verbunden sind. Zudem blockiere Israel den Zugang für Medienschaffende zu Gebieten im Südlibanon.

Die israelische Armee selbst hat sich zum Vorwurf, Journalisten getötet zu haben, bereits in der Vergangenheit geäußert. Sie erklärte, die ums Leben gekommenen Journalisten seien Mitglieder der Hamas, des Islamischen Dschihad oder anderer militärisch agierender Organisationen gewesen. „Die IDF nimmt Terroristen ins Visier, nicht Zivilisten oder Profis, die unter dem Schutz internationaler Gesetze stehen“, hieß es zuletzt im Oktober.

Im Bereich Wirtschaft bedrohten die Medienkonzerne „Alphabet“ (Google, Youtube) und „Meta“ (Facebook, Instagram) die Pressefreiheit. Durch ihre übergroße Marktmacht schwächten sie herkömmliche Medienkonzerne. Im Bereich Gesellschaft findet sich unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk auf der Liste. Seit er die Plattform „Twitter“ übernommen habe sei sie zu einem „Verstärker von Hassrede und Desinformation“ geworden.

„Reporter ohne Grenzen“ gibt jährlich eine Liste von „Feinden der Pressefreiheit“ heraus. Außerdem veröffentlicht die NGO im selben Turnus eine „Rangliste der Pressefreiheit“, auf der sie die für Journalisten gefährlichsten Staaten benennt. 

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

Unabhängigen christlichen Journalismus häufiger bei Google sehen

PRO bei Google bevorzugen

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen