Pastorin warnt vor Christenverfolgung und islamistischem Regime im Iran

Die iranischstämmige Pastorin Mahin Mousapour prangert die Christenverfolgung im Iran an. Zugleich warnt sie vor einer Islamisierung Deutschlands und ruft dazu auf, christliche Werte mutig zu verteidigen.
Von Norbert Schäfer
Mahin Mousapour

Die iranischstämmige Pastorin Mahin Mousapour hat bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU (EAK) in Wetzlar eindringlich auf die Verfolgung von Christen im Iran aufmerksam gemacht. Die meisten Christen könnten ihren Glauben dort nur im Untergrund praktizieren. Lediglich wenige Angehörige einiger traditioneller christlicher Kirchen könnten sich eingeschränkt öffentlich zu ihrem Glauben bekennen. Besonders gefährdet seien Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertierten. „Ein Glaubenswechsel kann die ganze Existenz gefährden“, warnte Mousapour, die seit rund 40 Jahren in Deutschland lebt und seit 1996 als Pastorin in Frankfurt tätig ist.

Scharfe Kritik übte Mousapour am islamistischen Herrschaftssystem des Iran, das seit der Revolution von 1979 die Bevölkerung unterdrücke. Das Regime missbrauche die Religion zur Machtsicherung und unterstütze islamistisch-terroristische Organisationen wie die Hisbollah und die Hamas. Mousapour sprach von einem regelrechten Franchise-System, in dem „Schmuggler unter Staatsflagge“ eine Schattenwirtschaft betrieben.

Warnung vor Islamisierung

Besonders erschüttert zeigte sich Mousapour über die Gewalttaten gegen Demonstranten bei den landesweiten Protesten im Januar 2026. Sicherheitskräfte hätten wahllos auf Zivilisten geschossen, darunter Frauen und Kinder. Mousapour berichtete zudem von Familien, denen die Leichen ihrer getöteten Angehörigen nur gegen Geld ausgehändigt worden seien. Viele Iraner sehnten sich nach Freiheit und einer Rückbesinnung auf ihre eigene Kultur. „Der Islam hat den Iranern das Leben zur Hölle gemacht“, sagte die Pastorin.

Zugleich warnte Mousapour vor einer zunehmenden Islamisierung Deutschlands und Europas. Sie rief dazu auf, islamistischen Bestrebungen entschieden entgegenzutreten und Politiker zu unterstützen, die sich gegen das iranische Regime engagierten. Vor allem aber forderte sie Christen auf, ihren Glauben selbstbewusst zu leben und sich für dessen Werte einzusetzen. „Christen müssen die christlichen Werte hochhalten und diese pflegen in der Politik“, betonte Mousapour. Mit Blick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen ermutigte sie ihre Zuhörer: „Haben Sie keine Angst.“

Hintergrund: Islamische Republik, Proteste und religiöse Minderheiten

Der Iran ist seit der Islamischen Revolution von 1979 unter Ajatollah Chomeini eine Islamische Republik, deren Staatsordnung auf dem schiitischen Islam beruht. Der oberste religiöse Führer und die Revolutionsgarden besitzen weitreichende Machtbefugnisse. Das Land mit rund 90 Millionen Einwohnern ist ethnisch vielfältig: Neben Persern leben dort unter anderem Aserbaidschaner, Kurden, Luren, Belutschen, Araber und Turkmenen. Die Bevölkerung ist mehrheitlich schiitisch-muslimisch; daneben gibt es sunnitische Muslime sowie christliche, jüdische, zoroastrische Minderheiten und Bahai-Gemeinschaften. Konvertiten vom Islam zum Christentum werden staatlich verfolgt. Im Weltverfolgungsindex 2026 des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ steht der Iran auf Platz zehn der 50 Länder mit der stärksten Christenverfolgung.

Ende Dezember 2025 begannen im Iran zunächst wirtschaftlich motivierte Proteste, die sich im Januar 2026 zu landesweiten Demonstrationen gegen das Herrschaftssystem ausweiteten. Sicherheitskräfte gingen mit massiver Gewalt gegen die Protestierenden vor. Die Zahl der Todesopfer ist weiterhin umstritten: Während iranische Behörden 3.117 Tote einräumten, gehen Menschenrechtsorganisationen von Zehntausenden Opfern aus. UN-Menschenrechtsexperten betonen, dass das tatsächliche Ausmaß der Gewalt bislang nicht abschließend geklärt werden konnte.

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

Unabhängigen christlichen Journalismus häufiger bei Google sehen

PRO bei Google bevorzugen

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen