Kirchen erinnern an Hamas-Massaker

Vor drei Jahren überfiel die Hamas Israel und tötete 1.200 Menschen. Am Jahrestag erinnern Kirchen an den Terrorangriff, verurteilen Antisemitismus und verweisen auf das Leid der Palästinenser.
Von Martin Schlorke
Kirsten Fehrs

Zum dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, der Opfer des Massakers gedacht. „Wir erinnern an die 1.200 Menschen, die an diesem Tag unbeschreiblicher Gewalt ausgesetzt und ermordet wurden, an die Überlebenden und an die Angehörigen, die bis heute mit Trauer und den Folgen des Erlittenen leben.“ Zudem warnte Fehrs vor der „Welle des antisemitischen Hasses“, der sich weltweit zeige und Juden bedrohe.

Die Bischöfin verwies in einer Erklärung auch auf das Leid der Palästinenser im Gazastreifen. Der Krieg habe unzähligen Menschen das Leben, ihre Angehörigen, ihre Heimat und ihre Zukunft gekostet.  

Zudem betonte sie, das Leid beider Seiten nicht gegeneinander auszuspielen. „Die Trauer um die Opfer des 7. Oktober wird nicht kleiner, wenn wir auch um die Opfer des Krieges in Gaza trauern, eines Krieges, der ohne den Terrorangriff der Hamas nicht über den Gazastreifen hereingebrochen wäre.“ Die Anteilnahme am Leid dieser palästinensischen Bevölkerung nehme nichts von unserer Solidarität mit den Menschen in Israel.

Christen können an Opfer auf beiden Seiten erinnern

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, erinnerte am Mittwoch an die Opfer des 7. Oktober. Das Leid der Opfer lasse sich kaum in Worte fassen. Für die Hinterbliebenen werde das Leben nie wieder sein wie zuvor: „Mehr denn je ist deutlich: Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Dies gilt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser.“ Wilmer erinnerte auch an die Toten im Gazastreifen, die dortige humanitäre Katastrophe und die palästinensischen Opfer von Siedlergewalt im Westjordanland.

Neben Vertretern der beiden großen Kirchen erinnerten etwa auch der Pastor der ICF München, Tobias Teichen, an den 7. Oktober. Teichen erinnerte auf Instagram daran, dass Christen an die Opfer des Massakers und zeitgleich an die Toten im Gazastreifen erinnern könnten. Und weiter: „Wir können Frieden wollen und gleichzeitig sagen: Terror ist niemals zu rechtfertigen. Wir können uns mit Israel verbunden fühlen und gegebenenfalls die israelische Regierung kritisieren.“

In Berlin ist zudem am Abend ein interreligiöser Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Zudem laden christliche Organisationen zu einer Online-Gebetsnacht ein. Sie beginnt am 7. Oktober um 19 Uhr und endet um 24 Uhr. 

Beim Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 waren rund 1.200 Menschen in Israel getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt worden. Die Attacke gilt als der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust. Als Reaktion begann Israel zunächst mit Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen und schickte später Bodentruppen in den Küstenstreifen.

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