Evangelische Allianz will unterschiedliche Meinungen aushalten

In einem Positionspapier ruft die Evangelische Allianz in Deutschland Christen dazu auf, unterschiedliche politische Haltungen auszuhalten. Rassismus, Antisemitismus und Extremismus will sie aber deutlich widersprechen.
Von Anna Lutz

In einem Ende September vom Konvent der Evangelischen Allianz verabschiedeten Papier, betont das evangelikale Netzwerk, sich politisch für Gerechtigkeit und Gemeinwohl einsetzen zu wollen. „Dazu gehören insbesondere der Schutz von Religions- und Gewissensfreiheit, Schutz von Minderheiten, Schutz vor Gewalt, Lebensschutz, Bewahrung der Schöpfung und die Gewährleistung von rechtsstaatlichen Verfahren und gesellschaftlicher Teilhabe“, heißt es in dem Papier. Parteipolitisch sei man neutral. 

Religion nicht missbrauchen

Christen in ihren Reihen ruft die Allianz dazu auf, unterschiedliche Überzeugungen fair darzustellen und auszuhalten. Und weiter: „Unser christlicher Glaube zielt nicht auf politische Dominanz, deshalb lehnen wir jeden Versuch ab, Religion für politische Ziele zu missbrauchen.“ Wo Kritik im Dialog nötig sei, solle sie „wahr und fair sein: ohne Verachtung, Entmenschlichung oder Pauschalisierung des Gegenübers“. 

Die Allianz betont weiterhin, sie setze sich „proaktiv für ethische Grundsätze wie Menschenwürde, Lebensschutz, Religionsfreiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung, Schutz vor Gewalt, Wahrhaftigkeit, Rechtsstaat und Institutionen wie Ehe und Familie ein“. Wo diese Grundsätze angegriffen würden, wolle sie widersprechen. Als Beispiele nennt der Konvent Antisemitismus, politischen Extremismus und Rassismus.

Im Papier enthalten sind auch konkrete Vorschläge für Gemeinden und Werke, wie mit internen politischen Spannungen umzugehen sein kann. So schlägt der Konvent vor, „Tatsachen und Quellen“ zu prüfen oder zu entscheiden, „was gemeinsam gesagt werden muss und was offen bleiben darf“.

Die Evangelische Allianz in Deutschland versteht sich als evangelikal geprägtes Netzwerk von rund 900 örtlichen Allianzen und etwa 380 Werken. Der Konvent ist das theologische Beratungsgremium der Vereinigung.

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