In der zentralindischen Stadt Dhamatari haben mindestens acht Kirchen warnende Informationsschilder vor ihren Kirchengebäuden angebracht. Darauf weisen sie die Besucher hin, dass es sich bei den Gottesdiensten rechtlich gesehen um Veranstaltungen für Christen handelt. Nicht christliche Besucher handelten in eigener Verantwortung.
Eines dieser Schilder steht beispielsweise auch vor der traditionsreichen Sunderganj Mennonite Church, die 2025 ihr 125-jähriges Jubiläum feierte. Laut der Tageszeitung „The Hindu“ lautet die Aufschrift auf dem Schild in Hindi: „Entsprechend unseren Kirchenregelungen ist der Zutritt zur Kirche für den Gottesdienst allein für Christen. Andere, die freiwillig hereinkommen, handeln auf eigenes Risiko.“
Mehr als 1.000 Selbsterklärungen abgegeben
Die Schilder gibt es seit diesem Monat in der Stadt. Hintergrund dafür sind Komplikationen rund um ein 2026 erlassenes Gesetz der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party. Wer seine Religion wechseln will, muss demnach bestätigen, dass er dies freiwillig und ohne Einwirkung von Gewalt oder Zwang vornimmt. Dies gilt auch für den freiwilligen Besuch christlicher Veranstaltungen, wie Gottesdienste oder Gebetstreffen. Personen, die eine solche Auskunft nicht erteilen, sollen somit auch keine Gottesdienste besuchen.
Die Hinweise sollen dabei niemandem den Gottesdienst-Besuch verbieten, sondern als Schutzmaßnahme vor Anfeindungen und falschen Anschuldigungen dienen, erklärt Diamond Philus, der Generalsekretär des christlichen Forums im Distrikt Dhamatari. So habe es in Dhamatari bereits Störungen hindu-nationalistischer Aktivisten gegeben. Die Situation ist auch deshalb brisant, weil viele Bewohner von Dhamatari diese freiwillige Selbstauskunft einreichen. Laut dem christlichen Forum gab es bereits mehr als 1.000 Selbsterklärungen zum Besuch christlicher Veranstaltungen.