Das Kreuz in der Kleinstadt Cruz Alta, was passenderweise „Hohes Kreuz“ bedeutet, soll eine Höhe von 102 Metern haben – und wäre damit das zweithöchste Kreuz der Welt. Seit Anfang September läuft das vom rechtskonservativen Kongressabgeordneten Bibo Nunes initiierte Großprojekt. Die dafür angesetzten 30 Millionen Real (etwa fünf Millionen Euro) sollen aus Steuermitteln kommen.
Das Ziel ist laut den Verantwortlichen, die lokale Wirtschaft mittels steigender Touristenzahlen anzukurbeln. Zudem errichten sie einen Themenpark mit weiteren Attraktionen, darunter eine Seilbahn sowie ein biblisch inspirierter Obstgarten.
Das Regierungsvorhaben befeuert die vorherrschenden Debatten rund um die Frage, ob Haushaltsgelder für religiöse Projekte im öffentlichen Raum verwendet werden sollen.
Das Kreuz sei ein Beispiel eines landesweiten Phänomens, wie die Forschungsgruppe „Passagens“ der Bundesuniversität von Rio de Janeiro dokumentiert. Seit Monaten steige die Zahl religiöser Denkmäler, die aus dem öffentlichen Haushalt bezahlt werden.
Das höchste Kreuz der Welt befindet sich mit einer Höhe von 152 Metern am Rande der spanischen Gedenkstätte „Valle de Cuelgamuros“ in der Nähe von Madrid. Der Rekord dürfte voraussichtlich 2029 durch ein Projekt im nordmexikanischen Monterrey in Gefahr geraten. Dort laufen derzeit Planungen für ein „Kreuz der Barmherzigkeit“. Es soll 170 Meter hoch werden.