Seit Juli ist Andy Burnham im Amt als britischer Premierminister. Der Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei sieht in kirchlichen Lehren einen Grund für die Politik, die er heute macht. Das berichtet unter anderem die „New York Times“.
Demnach ist Burnham katholisch aufgewachsen und war Messdiener, auch wenn er heute nur noch selten Messen besucht. „Die katholische Soziallehre untermauert meine Politik“, zitiert die Zeitung ihn.
So besuchte er bereits am Tag seiner Amtsübernahme eine katholische Einrichtung, die sich um Obdachlose kümmert. „Es gab und gibt noch immer eine direkte Linie zwischen dem, was ich in der Schule und in der Kirche gelernt habe, und den Labour-Werten“, sagte er an anderer Stelle. Burnham besuchte laut der „Tagesschau“ eine katholische Schule.
Suizidhilfe abgelehnt
Als Premier muss er sich nun auch mit moralisch aufgeladenen Debatten beschäftigen, jüngst etwa mit einem Gesetzesentwurf zur Legalisierung von assistiertem Suizid. Bevor Sterbehilfe erlaubt würde, müsse sich die Gesellschaft zunächst darum kümmern, dass Palliativ- und Sozialfürsorge funktionierten, kommentierte er den Vorstoß.
Das Unterhaus lehnte den Entwurf, der aus Burnhams eigener Partei kam, zuletzt ab. Die Kirchen begrüßten diese Entscheidung. Dieser scheinbare Widerspruch passt zu Burnham, der sich selbst laut dem britischen Magazin „Premier Christianity“ als Typ für Homosexuellenrechte, Feminismus und als fußballliebenden Katholiken bezeichnet. Der „Everton Fußball Klub, die Labour Partei und die katholische Kirche“ hätten ihn geprägt – „in dieser Reihenfolge“.