JD Vance spricht über Endzeit

US-Vizepräsident JD Vance lehnt die Vorstellung, in der Endzeit zu leben, nicht ab. In einem christlichen Podcast sprach er unter anderem über Heilsgewissheit, satanische Chatbots und dunkle Machenschaften.
Von Christian Biefel
Bryce Crawford und JD Vance beten gemeinsam

Der US-Vizepräsident JD Vance (Republikaner) hat Mitte der Woche im Podcast des christlichen Podcasters Bryce Crawford über seine Endzeitvorstellungen gesprochen. „Ich würde mich nicht wundern, wenn wir bereits in der Endzeit leben“, sagte der Politiker dem 22‑jährigen Medienschaffenden. In einem mehr als eine Stunde andauernden Gespräch thematisierten sie neben der Endzeit unter anderem dunkle Mächte, satanische Chatbots und die Heilsgewissheit in Jesus Christus.

Er habe sich selbst schon als Jugendlicher für die Endzeit und Prophetie interessiert, erklärte Vance. Seine erste Bibel sei die John-Hagee-Prophetie-Studienbibel gewesen. Eine Bibel, deren Schwerpunkt die Endzeitprophetie ist. Dennoch sei es ihm wichtig, sich nicht zu sehr darauf zu fokussieren, da es ihn geistlich negativ beeinflussen würde. Faszination dafür verspüre er dennoch.

Unter anderem räumte der Vizepräsident die Option ein, dass der Antichrist bereits auf der Erde sein könnte. Besonders KI-Unternehmen kritisierte er dabei. Er habe von einem Unternehmen gehört, so Vance, das Beerdigungsrituale für KI‑Modelle feiere und dessen Angestellte deswegen weinen würden. „Dunkle geistliche Machenschaften würden dort vor sich gehen.“ Auch nannte er Einflüsse von Chat-Modellen, die einen von der sozialen Interaktion mit anderen Menschen wegzögen, satanisch.

Keine Heilsgewissheit

In einem Punkt ist der Politiker erstaunlich klar. Er wisse nicht, wann Gott wiederkomme. Aber bis er wiederkomme, versuche er, „so viel von Gottes Werk zu tun wie möglich“. Für ihn sei es dabei beides in Ordnung: zum einen, wenn er die Welt in die Endzeit führe, oder zum anderen, wenn er sie zu einem besseren Ort mache, der noch eine sehr lange Zeit bestünde.

Trotz aller religiösen Spekulationen kam der Vizepräsident bei einer Frage allerdings ins Stocken. Auf die Frage, ob er davon ausgehe, sicher in den Himmel zu kommen – auf einer Skala von 0–10, wobei 10 die Heilsgewissheit ist – antwortete Vance nach kurzem Zögern: „Sieben bis acht.“ Grund dafür: „Manchmal frage er sich, ob das alles real sei.“ Er glaube zwar, dass Jesus Christus unsere Sünden vergebe, und er führe zudem ein aufrichtiges Christenleben. Trotzdem habe er eine gewisse Demut vor den Dingen, die er nicht kenne. Deswegen sei er sich nicht zu hundert Prozent sicher.

JD Vance ist seit August 2019 Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Er ließ sich zuvor in einem Dominikanerkloster in Ohio taufen und firmen.

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